Omas Küche – einfache Rezepte, Schritt für Schritt erklärt

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Apfelmus-Kuchen ohne Ei: Saftig, einfach, in 45 Minuten fertig!

Apfelmus-Kuchen ohne Ei: Saftig, einfach, in 45 Minuten fertig!
Portionen 20 Stücke (Blech 30 x 40 cm)
Vorbereitung 15 Minuten
Garzeit 30 Minuten
Gesamt 45 Minuten

Manchmal steht man vor dem Kühlschrank und stellt fest: kein einziges Ei mehr da. Früher war das das Ende jeder Kuchenplanung. Heute ist es bei mir der Anlass, dieses Blech zu backen. Ein Glas Apfelmus steht immer im Vorrat, und genau das übernimmt hier die Arbeit, die sonst die Eier machen. Es bindet, es hält die Feuchtigkeit und es bringt ganz nebenbei Aroma mit.

Der ganze Kuchen entsteht in einer Schüssel mit einem Holzlöffel. Kein Handrührgerät, kein Aufschlagen, kein Trennen. Trockenes zu Trockenem, Flüssiges dazu, kurz verrühren, aufs Blech, in den Ofen. Von der ersten Handbewegung bis zum fertigen Kuchen vergehen 45 Minuten, und weil er ohne Ei auskommt, schmeckt er auch am dritten Tag noch so saftig wie frisch gebacken.

Zutaten

  • 400 g Mehl (Type 405)
  • 200 g Zucker
  • 1 Päckchen Backpulver (15 g)
  • 1 TL Natron
  • 2 TL gemahlener Zimt
  • 1 Prise Salz
  • 500 g Apfelmus (ungesüßt oder leicht gesüßt)
  • 150 ml neutrales Öl (Raps- oder Sonnenblumenöl)
  • 150 ml Milch
  • 1 EL Apfelessig
  • 2 EL Zucker und 1 TL Zimt zum Bestreuen

Zubereitung

Schritt 1: Ofen vorheizen und Blech vorbereiten

Stelle den Backofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze. Das Vorheizen läuft, während du den Teig rührst, denn der Teig darf nicht lange stehen. Natron und Essig beginnen sofort zu arbeiten, und diese Triebkraft willst du im Ofen haben, nicht auf der Arbeitsplatte. Lege das Blech mit Backpapier aus und drücke es in die Ecken, damit es flach liegt.

Schritt 2: Trockene Zutaten mischen

Gib Mehl, die 200 g Zucker, Backpulver, Natron, 2 TL Zimt und das Salz in eine große Schüssel. Verrühre alles gründlich mit einem Schneebesen, bevor etwas Flüssiges dazukommt. Diese trockene Mischung ist wichtiger als sie aussieht: Natronnester schmecken bitter und seifig, und wenn sie erst einmal im feuchten Teig sitzen, bekommst du sie nicht mehr heraus.

Schritt 3: Feuchte Zutaten zugeben

Verrühre in einer zweiten Schüssel oder einem Messbecher das Apfelmus mit dem Öl, der Milch und dem Esslöffel Apfelessig. Es sieht kurz merkwürdig geflockt aus, das ist völlig richtig so, die Säure reagiert mit der Milch. Gieße diese Mischung in einem Schwung zu den trockenen Zutaten und rühre mit dem Löffel nur so lange, bis kein Mehl mehr zu sehen ist. Etwa 20 Rührbewegungen reichen.

Schritt 4: Aufs Blech streichen und bestreuen

Kippe den Teig auf das Blech und verstreiche ihn zügig mit einem Teigschaber bis in die Ecken. Er ist mittelflüssig und läuft von allein ein wenig auseinander, du musst ihn nur verteilen. Mische die 2 EL Zucker mit dem 1 TL Zimt und streue die Mischung gleichmäßig über die ganze Fläche. Sie bildet beim Backen eine feine, leicht knusprige Kruste.

Schritt 5: 30 Minuten backen

Schiebe das Blech auf die mittlere Schiene und backe den Kuchen 30 Minuten. Nach 25 Minuten machst du die Stäbchenprobe in der Mitte: Bleibt feuchter Teig hängen, gib ihm die vollen 30 Minuten. Der Kuchen soll oben trocken und federnd sein, wenn du ihn leicht eindrückst. Lass ihn auf dem Blech abkühlen, er zieht dabei noch etwas nach und lässt sich dann sauber in Quadrate schneiden.

Omas Tipps

  • Der Apfelessig ist nicht optional. Er reagiert mit dem Natron und liefert die Lockerung, die sonst die geschlagenen Eier bringen würden. Schmecken wirst du ihn nicht, das Apfelmus und der Zimt decken ihn vollständig ab. Ohne Essig wird der Kuchen deutlich flacher und dichter.
  • Gesüßtes Apfelmus? Zucker reduzieren. Viele gekaufte Apfelmuse enthalten bereits reichlich Zucker. Nimm in dem Fall nur 150 g statt 200 g im Teig, sonst überdeckt die Süße den Zimt. Ungesüßtes Mus aus dem Glas ist hier die bessere Wahl, du steuerst die Süße dann selbst.
  • Nicht zu lange rühren. Ohne Ei hängt die Struktur allein am Mehl. Wer den Teig mit dem Mixer bearbeitet, entwickelt zu viel Kleber und bekommt einen gummiartigen Kuchen. Der Holzlöffel und ein paar beherzte Züge sind hier tatsächlich besser als jede Maschine.

Aufbewahrung & Haltbarkeit

Dieser Kuchen ist ein Meister der Haltbarkeit. Vollständig ausgekühlt und in einer gut schließenden Dose bei Zimmertemperatur aufbewahrt bleibt er 4 Tage saftig, weil das Apfelmus das Wasser im Krümel festhält. In den Kühlschrank gehört er nicht, dort trocknet er schneller aus und der Zimt verliert an Duft. Falls die Zimtzuckerkruste weich werden soll, legst du einfach ein Stück Küchenpapier mit in die Dose, das nimmt überschüssige Feuchtigkeit auf.

Einfrieren klappt hier hervorragend, besser als bei den meisten Blechkuchen. Schneide ihn in Stücke, packe je zwei Quadrate in einen Gefrierbeutel und drücke die Luft heraus. So hält er sich 3 Monate. Aufgetaut wird bei Zimmertemperatur in etwa zwei Stunden, noch im Beutel, damit das Kondenswasser außen bleibt. Er schmeckt danach praktisch wie frisch gebacken.

Häufige Fragen

Kann ich statt Apfelmus frische Äpfel nehmen?
Nicht als direkten Ersatz, denn das Mus liefert hier Bindung und Feuchtigkeit gleichzeitig. Du kannst aber 2 geriebene Äpfel zusätzlich unter den Teig heben, dann wird er noch fruchtiger. Rechne in dem Fall mit 5 Minuten längerer Backzeit und mache die Stäbchenprobe unbedingt.
Wird der Kuchen ohne Ei nicht bröselig?
Nein, solange du das Natron und den Essig verwendest und den Teig nur kurz rührst. Das Pektin im Apfelmus übernimmt einen großen Teil der Bindung. Wichtig ist, den Kuchen vor dem Schneiden auskühlen zu lassen, heiß ist er tatsächlich noch instabil.
Kann ich die Milch weglassen oder ersetzen?
Ja, Hafer- oder Sojadrink funktionieren eins zu eins und der Kuchen ist damit komplett pflanzlich. Wasser geht zur Not auch, dann fehlt allerdings etwas Geschmack und die Kruste bräunt weniger schön. Die Menge von 150 ml solltest du in jedem Fall einhalten.
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