Wintersalat mit Feldsalat und Granatapfel: Frisch im Dezember!
Im Dezember wird bei mir viel geschmort, gebacken und gebraten. Da kommt irgendwann der Punkt, an dem der Magen nach etwas Frischem ruft – nach etwas, das knackt und säuerlich schmeckt und nicht schon wieder nach Butter und Soße. Genau dafür habe ich diesen Wintersalat, seit meine Kinder klein waren. Feldsalat gibt es jetzt in bester Qualität, dunkelgrün, mit festen Rosetten, und der Granatapfel liegt sowieso in jedem Obstkorb herum.
Das Schöne daran: Du brauchst keinen Herd. Alles wird geputzt, gefiltert, gerührt und gemischt, fertig. Die Walnüsse röstest du kurz in einer trockenen Pfanne, damit sie duften – mehr Aufwand ist es nicht. Und weil Granatapfelkerne, Orangenfilets und die milde Honig-Senf-Sauce zusammen süß, sauer und herb ergeben, schmeckt der Salat nicht wie eine Beilage aus Pflichtgefühl, sondern wie ein eigener Gang.
Zutaten
- 200 g Feldsalat
- 1 reifer Granatapfel (ergibt etwa 150 g Kerne)
- 2 Orangen
- 60 g Walnusskerne
- 1 kleine rote Zwiebel
- 100 g Feta oder Ziegenfrischkäse (nach Geschmack)
- 3 EL Olivenöl
- 1 EL milder Weißweinessig
- 1 TL flüssiger Honig
- 1 TL mittelscharfer Senf
- Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
Zubereitung
Schritt 1: Feldsalat gründlich putzen
Schneide die bräunlichen Wurzelansätze der Feldsalat-Rosetten knapp ab, damit die Blätter zusammen bleiben, aber kein Sand hängen bleibt. Gib den Salat in eine große Schüssel mit kaltem Wasser, bewege ihn mit der Hand und lass ihn kurz stehen. Der Sand sinkt nach unten. Hebe die Blätter heraus – nicht abgießen, sonst holst du den Sand zurück. Wiederhole das, bis das Wasser klar bleibt, und schleudere den Salat sehr trocken.
Schritt 2: Granatapfel entkernen ohne Sauerei
Schneide den Granatapfel quer in der Mitte durch. Halte eine Hälfte mit der Schnittfläche nach unten über eine Schüssel und klopfe kräftig mit einem Kochlöffel auf die Schale. Die Kerne fallen von allein heraus. Arbeite über der Spüle oder mit einer Schürze, der Saft färbt. Sammle die Kerne und lies die weißen Häutchen aus, sie schmecken bitter. Du brauchst etwa 150 g.
Schritt 3: Orangen filetieren
Schneide bei den Orangen oben und unten eine Scheibe ab, stelle sie auf das Brett und schneide die Schale mit der weißen Haut von oben nach unten großzügig weg. Löse dann mit einem kleinen scharfen Messer die Filets zwischen den Trennhäuten heraus und fange den Saft auf. Drücke die übrig gebliebenen Häute kräftig aus – diesen Saft brauchst du gleich für die Sauce.
Schritt 4: Walnüsse rösten und Sauce rühren
Röste die Walnusskerne in einer trockenen Pfanne bei mittlerer Hitze etwa 2 Minuten, bis sie duften und an den Kanten dunkler werden. Sofort auf einen Teller kippen, sonst werden sie bitter. Verrühre für die Sauce 2 EL vom aufgefangenen Orangensaft mit Essig, Honig, Senf, Salz und Pfeffer und schlage das Olivenöl langsam unter, bis die Sauce leicht sämig ist.
Schritt 5: Anrichten
Schäle die rote Zwiebel und hoble sie in hauchdünne Ringe. Verteile den Feldsalat auf einer breiten Platte oder in einer flachen Schüssel, lege Orangenfilets und Zwiebelringe darauf und streue Granatapfelkerne und Walnüsse darüber. Bröckle zum Schluss den Feta über den Salat und träufle die Sauce erst kurz vor dem Servieren darüber. Einmal vorsichtig heben, fertig.
Omas Tipps
- Feldsalat verträgt keine schwere Sauce. Die zarten Rosetten fallen zusammen, wenn die Marinade zu dick oder zu reichlich ist. Nimm lieber die Hälfte, hebe einmal um und gib erst dann nach, wenn wirklich trockene Blätter übrig sind.
- Den Granatapfel am Vortag entkernen. Die Kerne halten sich in einem geschlossenen Glas im Kühlschrank zwei Tage, ohne Saft zu verlieren. So sparst du am Festtag die klebrigste Arbeit und kannst den Salat in zehn Minuten zusammenstellen.
- Der Orangensaft ersetzt einen Teil des Essigs. Wenn dir die Sauce zu spitz schmeckt, gib noch einen Löffel vom aufgefangenen Saft dazu statt mehr Öl. Der Salat bleibt leicht und die Säure wird rund, ohne dass er süß wird.
Aufbewahrung & Haltbarkeit
Angemachter Wintersalat sollte gleich auf den Tisch. Feldsalat fällt binnen einer halben Stunde zusammen, sobald die Sauce dran ist. Wenn du vorbereiten willst, bewahre die Teile getrennt auf: geputzter, trocken geschleuderter Feldsalat hält in einem Behälter mit einem Blatt Küchenpapier darunter 2 Tage im Kühlschrank, Granatapfelkerne und Orangenfilets in verschlossenen Gläsern ebenfalls 2 Tage, die Sauce bis zu 4 Tage. Die gerösteten Walnüsse lässt du bei Raumtemperatur in einer Dose, im Kühlschrank werden sie weich.
Einfrieren kommt hier nicht in Frage. Feldsalat, Orangenfilets und Granatapfelkerne bestehen fast nur aus Wasser und werden nach dem Auftauen matschig und trüb. Auch der Feta verliert seine Struktur und wird krümelig-wässrig. Plane lieber knapp und iss Reste am selben Abend, gern mit einer Scheibe kräftigem Brot dazu.
Häufige Fragen
- Kann ich statt Feldsalat auch Rucola oder Babyspinat nehmen?
- Ja, beide passen zu Granatapfel und Orange. Rucola bringt mehr Schärfe, dann nimm einen halben Teelöffel Honig mehr in die Sauce. Babyspinat ist milder und braucht dafür einen kräftigen Spritzer mehr Essig, sonst wirkt der Salat flach.
- Wie erkenne ich einen reifen Granatapfel?
- Er soll schwer in der Hand liegen und eine ledrige, leicht matte Schale mit kleinen bräunlichen Flecken haben – glänzend-glatte Früchte sind oft noch unreif. Klopfst du an die Schale, klingt ein reifer Granatapfel dumpf und voll, nicht hohl.
- Passt der Salat zum Weihnachtsmenü?
- Sehr gut, besonders zu Gans, Ente oder Schweinebraten, weil die Säure von Orange und Essig das Fett bricht. Serviere ihn als kleinen Zwischengang auf flachen Tellern, dann macht er nicht satt und die Gäste haben noch Platz für den Braten.

Schreibe einen Kommentar