Thermomix Curry-Ketchup selbst gemacht: Vier Flaschen, würzig eingekocht!
Es gibt diesen Moment am Abend, wenn die Bratwurst schon in der Pfanne zischt und du in den Kühlschrank schaust: die Ketchupflasche ist leer, und die aus dem Regal schmeckt sowieso jedes Mal gleich süß. Genau da hat bei mir vor Jahren das Selbermachen angefangen. Curry-Ketchup ist nämlich nichts Geheimnisvolles, sondern eingekochte Tomate mit Zwiebel, Essig, Zucker und einer ordentlichen Portion Curry — und im Mixtopf wird daraus in einem Rutsch eine Sauce, die nach Gewürz schmeckt und nicht nur nach Süße.
Das Schöne an dieser Variante: du zerkleinerst, kochst und füllst im selben Topf ab, es gibt kein Passieren durch ein Sieb und keine zweite Pfanne. Am Ende stehen vier Flaschen à 500 ml auf dem Tisch, und du bestimmst selbst, wie scharf, wie sauer und wie süß dein Ketchup wird. Eine Flasche kommt in den Kühlschrank, drei stellst du kühl und dunkel weg. Die Mengen und Zeiten gelten ebenso für jede andere Küchenmaschine mit Heizfunktion — wichtig sind Temperatur, Rührstufe und der offene Topf beim Einkochen.
Zutaten
- 2 kg passierte Tomaten (Passata)
- 300 g Zwiebeln, geschält und geviertelt
- 2 Knoblauchzehen
- 60 g Tomatenmark (dreifach konzentriert)
- 150 g brauner Zucker
- 120 g Apfelessig
- 25 g Currypulver, mittelscharf
- 1 TL edelsüßes Paprikapulver
- 1/2 TL Cayennepfeffer (nach Geschmack mehr)
- 1 TL gemahlener Ingwer
- 1/2 TL gemahlener Piment
- 2 gestrichene TL Salz
- 1 EL Rapsöl
- 2 EL Speisestärke, angerührt in 3 EL kaltem Wasser
Zubereitung
Schritt 1: Zwiebeln und Knoblauch zerkleinern
Gib die geviertelten Zwiebeln und die Knoblauchzehen in den Mixtopf und zerkleinere sie 5 Sekunden auf Stufe 5. Schieb mit dem Spatel alles vom Rand nach unten, damit keine groben Stücke oben kleben bleiben. Die Masse soll feucht und fein sein, aber noch nicht zu Brei püriert — das kommt später von selbst. Wer Zwiebeln nicht mag, zerkleinert lieber zwei Sekunden länger.
Schritt 2: Anschwitzen
Füge das Rapsöl und das Tomatenmark hinzu und dünste alles 5 Minuten bei 100 Grad auf Stufe 1 an. Das nimmt der Zwiebel die Schärfe und dem Tomatenmark den rohen, metallischen Ton. Es darf leise blubbern, aber nichts soll ansetzen. Rühr nach der Hälfte der Zeit einmal mit dem Spatel durch den Topf, damit sich das Mark vollständig löst.
Schritt 3: Gewürze und Tomaten dazu
Gib Currypulver, Paprika, Cayenne, Ingwer, Piment, Salz und Zucker in den Topf und lass sie 2 Minuten bei 100 Grad auf Stufe 1 mitziehen. Erst dann kommen die passierten Tomaten und der Apfelessig dazu. Püriere alles 30 Sekunden langsam ansteigend von Stufe 4 auf Stufe 8, bis die Sauce vollkommen glatt ist und keine Zwiebelfasern mehr zu sehen sind.
Schritt 4: Offen einkochen
Setze statt des Messbechers den Garkorb auf den Deckel — so kann Dampf entweichen und es spritzt trotzdem nichts. Koch die Sauce 35 Minuten bei 100 Grad auf Stufe 2 im Linkslauf ein. Sie verliert dabei etwa ein Fünftel ihres Volumens, dunkelt nach und wird glänzend. Zieh zwischendurch einmal einen Löffel heraus und probiere: jetzt ist der Moment für mehr Cayenne oder einen Schuss Essig.
Schritt 5: Binden
Rühre die Speisestärke glatt in kaltem Wasser an, gib sie durch die Deckelöffnung dazu und lass die Sauce 3 Minuten bei 100 Grad auf Stufe 3 binden. Der Ketchup zieht spürbar an und läuft beim Löffelheben in einem breiten Band ab. Denk daran: kalt wird er noch einmal deutlich dicker, also lieber etwas zu flüssig als zu fest aufhören.
Schritt 6: Abfüllen
Spüle vier saubere 500-ml-Flaschen mit kochendem Wasser aus und stell sie auf ein Holzbrett. Füll den heißen Ketchup mit einem Trichter bis zwei Zentimeter unter den Rand ein, verschließ sofort und stell die Flaschen für zehn Minuten auf den Kopf. Danach aufrecht vollständig auskühlen lassen und erst dann etikettieren.
Omas Tipps
- Curry erst im Öl wecken. Die zwei Minuten, in denen das Currypulver mit dem Öl und dem Tomatenmark im Topf ist, machen den Unterschied zwischen staubig und rund. Die ätherischen Öle im Kurkuma und Bockshornklee brauchen Fett und Hitze, sonst schmeckt der Ketchup nach Pulver.
- Der Garkorb statt des Messbechers. Ohne offenen Deckel kondensiert das Wasser am Deckel und tropft zurück — die Sauce wird nach 35 Minuten kein Stück dicker. Der Garkorb hält die Spritzer zurück und lässt den Dampf raus, das ist der ganze Trick beim Einkochen im Mixtopf.
- Schärfe zum Schluss justieren. Cayenne entwickelt sich beim Einkochen weiter, ein halber Teelöffel vorab reicht deshalb meistens. Probiere nach den 35 Minuten und rühre bei Bedarf noch eine Messerspitze ein, 30 Sekunden auf Stufe 3 genügt zum Verteilen.
Aufbewahrung & Haltbarkeit
Die angebrochene Flasche hält im Kühlschrank etwa vier Wochen — immer gut verschlossen und mit sauberem Löffel oder direkt aus der Flasche, nie mit der benutzten Wurstgabel hineinstippen. Ungeöffnet und heiß abgefüllt stehen die Flaschen kühl und dunkel gut sechs Monate. Ein dunkler Rand am Flaschenhals ist normal, das ist oxidierte Tomate; riecht der Ketchup hefig oder ist der Verschluss gewölbt, kommt die Flasche weg.
Einfrieren geht, ist bei dieser Menge aber selten nötig. Wenn doch, füll den Ketchup in kleine Portionsbecher und lass zwei Zentimeter Luft, weil er sich ausdehnt. Nach dem Auftauen im Kühlschrank trennt sich manchmal etwas Wasser ab; einmal kräftig durchrühren, dann ist die Bindung wieder da.
Häufige Fragen
- Kann ich frische Tomaten statt Passata nehmen?
- Ja, du brauchst dann rund 2,6 kg vollreife Fleischtomaten, weil sie mehr Wasser enthalten. Häute sie, entferne die Stielansätze und rechne mit etwa 15 Minuten längerer Einkochzeit bei 100 Grad auf Stufe 2. Das Ergebnis ist frischer im Geschmack, aber heller in der Farbe.
- Warum ist mein Ketchup nach dem Abkühlen fast fest geworden?
- Dann war er beim Binden schon zu weit eingekocht oder die Stärke hat etwas zu lange gearbeitet. Gib die Masse zurück in den Mixtopf, rühre 50 bis 80 g Wasser ein und erwärme sie 3 Minuten bei 90 Grad auf Stufe 2. Danach wieder heiß abfüllen.
- Brauche ich unbedingt vier Flaschen à 500 ml?
- Die Gesamtmenge liegt bei rund zwei Litern, du kannst sie auch auf acht kleine 250-ml-Flaschen verteilen. Kleine Gebinde sind sogar praktischer, weil du immer nur eine Flasche anbrichst und der Rest ungeöffnet haltbar bleibt. Wichtig ist nur, dass jedes Gefäß vorher mit kochendem Wasser ausgespült wurde.

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