Thai-Salat mit Glasnudeln: Süß-sauer-scharf, in 20 Minuten!
Es gibt Tage, da habe ich schlicht keine Lust, den großen Topf aus dem Schrank zu holen. Draußen ist es warm, die Küche soll kühl bleiben, und trotzdem möchte ich etwas essen, das mehr ist als eine Scheibe Brot. Dann mache ich diesen Thai-Salat mit Glasnudeln. Mein Enkel hat ihn mir vor Jahren gezeigt, und seitdem steht er bei mir mindestens einmal im Monat auf dem Tisch. Süß, sauer, scharf und salzig – alles vier auf einmal, und doch fühlt sich das Ganze leicht an.
Das Schöne daran: Es wird nichts gekocht. Die Glasnudeln ziehen einfach in heißem Wasser, bis sie glasig sind, das Gemüse wird gehobelt, das Dressing in einer Schüssel verrührt. In zwanzig Minuten bist du fertig, und der Salat schmeckt sogar noch besser, wenn er zehn Minuten stehen darf. Die Nudeln saugen das Dressing auf wie ein kleiner Schwamm.
Zutaten
- 200 g Glasnudeln
- 1 rote Paprika
- 2 Möhren (ca. 200 g)
- 1 kleine Salatgurke (ca. 300 g)
- 1 rote Zwiebel
- 3 Frühlingszwiebeln
- 1 Bund frischer Koriander (ca. 20 g)
- 80 g geröstete Erdnüsse, ungesalzen
- 3 EL Limettensaft (etwa 2 Limetten)
- 2 EL Fischsauce
- 2 EL brauner Zucker
- 1 EL Sojasauce
- 1 rote Chilischote
- 2 Knoblauchzehen
- 1 EL neutrales Öl
Zubereitung
Schritt 1: Die Glasnudeln einweichen
Lege die Glasnudeln in eine große Schüssel und übergieße sie mit kochendem Wasser, bis sie vollständig bedeckt sind. Lass sie fünf bis sieben Minuten ziehen und rühre einmal mit einer Gabel durch, damit sie nicht verkleben. Sie sind fertig, wenn sie durchsichtig und weich sind, aber noch ein wenig Biss haben. Gieße sie in ein Sieb, spüle sie kurz kalt ab und lass sie gut abtropfen. Wenn die Stränge sehr lang sind, schneide sie einmal mit der Schere durch.
Schritt 2: Das Dressing anrühren
Presse den Limettensaft in eine kleine Schüssel. Gib Fischsauce, braunen Zucker, Sojasauce und das Öl dazu. Schäle die Knoblauchzehen und reibe sie fein hinein. Die Chilischote längs aufschneiden, die Kerne je nach gewünschter Schärfe entfernen und den Rest in sehr feine Ringe schneiden. Rühre alles kräftig, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat – das dauert etwa eine Minute. Probiere: Es soll gleichzeitig sauer, salzig und süß schmecken.
Schritt 3: Das Gemüse vorbereiten
Die Paprika halbieren, entkernen und in dünne Streifen schneiden. Die Möhren schälen und mit dem Sparschäler in lange, dünne Bänder hobeln oder grob raspeln. Die Gurke längs halbieren, die wässrigen Kerne mit einem Teelöffel herausschaben und das Fruchtfleisch in Halbmonde schneiden. Die rote Zwiebel in hauchdünne Ringe schneiden, die Frühlingszwiebeln schräg in Ringe. So bleibt jedes Stück knackig und nimmt trotzdem Dressing auf.
Schritt 4: Alles vermengen
Gib die abgetropften Glasnudeln in eine große Schüssel und schütte das Dressing darüber. Hebe es mit zwei Gabeln oder den Händen unter, bis jede Nudel glänzt. Jetzt kommt das Gemüse dazu. Mische vorsichtig von unten nach oben, damit die Möhrenbänder nicht brechen. Lass den Salat zehn Minuten stehen, wenn du Zeit hast – die Nudeln ziehen dann den Geschmack richtig in sich hinein.
Schritt 5: Anrichten
Hacke die Erdnüsse grob, aber nicht zu fein: Du willst die kleinen Stücke beim Kauen spüren. Zupfe die Korianderblätter von den Stielen. Streue beides erst kurz vor dem Servieren über den Salat, sonst werden die Nüsse weich und der Koriander welk. Richte den Salat in einer flachen Schüssel an und stelle eine halbierte Limette dazu, damit jeder nachschärfen kann.
Omas Tipps
- Nicht kochen, nur ziehen lassen. Glasnudeln zerfallen im sprudelnden Topf zu Brei. Heißes Wasser aus dem Wasserkocher reicht völlig. Fühlen sie sich nach sieben Minuten noch fest an, gieße frisches heißes Wasser nach statt sie auf den Herd zu stellen.
- Die Gurkenkerne müssen raus. Sie geben beim Stehen viel Wasser ab und verdünnen das Dressing, sodass der Salat nach einer halben Stunde fade schmeckt. Mit dem Teelöffel ausgeschabt bleibt die Schärfe genau da, wo sie sein soll.
- Ohne Fischsauce geht es auch. Wer den Geruch nicht mag, ersetzt sie durch zwei weitere Esslöffel Sojasauce und eine Prise Salz. Der Salat wird dann etwas milder, bleibt aber in der Balance zwischen süß, sauer und scharf.
Aufbewahrung & Haltbarkeit
Im Kühlschrank hält sich der Salat gut abgedeckt in einer Schüssel mit Deckel oder Frischhaltefolie zwei Tage. Am zweiten Tag ist er kräftiger im Geschmack, weil die Nudeln alles aufgesogen haben, dafür ist das Gemüse weicher. Erdnüsse und Koriander bewahrst du getrennt auf und streust sie erst auf den Teller. Vor dem Servieren ein Spritzer Limette, dann schmeckt er wieder frisch.
Einfrieren solltest du diesen Salat nicht. Die Glasnudeln werden beim Auftauen matschig und zerfallen, und Gurke wie Paprika verlieren ihre Struktur völlig und geben beim Auftauen ihr Wasser ab. Mache lieber die halbe Menge, wenn du allein isst.
Häufige Fragen
- Kann ich statt Glasnudeln Reisnudeln nehmen?
- Ja, flache Reisbandnudeln funktionieren gut, brauchen aber meist acht bis zehn Minuten im heißen Wasser. Sie saugen weniger Dressing auf, deshalb rührst du am besten einen halben Esslöffel Limettensaft zusätzlich unter. Der Salat wird dadurch etwas sättigender.
- Wie bekomme ich den Salat schärfer oder milder?
- Die Kerne der Chilischote tragen die meiste Schärfe. Lässt du sie drin, wird es deutlich feuriger; entfernst du sie komplett, bleibt nur eine angenehme Wärme. Du kannst auch eine zweite Chilischote in feinen Ringen extra auf den Tisch stellen, dann bedient sich jeder selbst.
- Was passt als Einlage dazu, wenn es sättigender sein soll?
- In dünne Streifen geschnittene, gebratene Hähnchenbrust passt sehr gut, ebenso gebratener fester Tofu in Würfeln. Gib das Fleisch oder den Tofu lauwarm dazu und mische erst dann die Erdnüsse unter. Auch gekochte Garnelen harmonieren mit dem Limetten-Fischsauce-Dressing.

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