Rumtopf-Creme: Das Erwachsenen-Dessert mit Omas Rumtopf!
Bei uns stand der Rumtopf immer im kühlen Flur, ein großer brauner Steingutkrug mit einem Teller obendrauf. Von Juni bis September wanderten Erdbeeren, Kirschen, Aprikosen und Zwetschgen hinein, jede Lage mit Zucker bestreut und mit Rum bedeckt. Im Advent wurde er dann geöffnet, und die ganze Küche roch nach Sommer und Rum zugleich. Die Früchte kamen bei uns meist einfach über Vanilleeis – bis ich anfing, eine Creme daraus zu rühren.
Diese Rumtopf-Creme ist ganz klar ein Dessert für Erwachsene. Der Alkohol wird nicht gekocht, er bleibt drin und trägt das Aroma. Dafür ist die Zubereitung denkbar ruhig: Quark und Sahne werden verrührt, die abgetropften Früchte grob gehackt und alles vorsichtig marmoriert. Nichts wird gebacken, nichts muss gelieren. Nach zwanzig Minuten stehen die Gläser im Kühlschrank und werden von allein besser.
Zutaten
- 300 g Rumtopf-Früchte, gut abgetropft
- 4 EL Rumtopf-Sud
- 500 g Quark (20 % Fett)
- 250 g Schlagsahne, gut gekühlt
- 60 g Puderzucker
- 1 Päckchen Vanillezucker
- 1 TL abgeriebene Zitronenschale (unbehandelt)
Zubereitung
Schritt 1: Früchte abtropfen lassen
Hole die Rumtopf-Früchte mit einem Schöpflöffel aus dem Krug und gib sie in ein Sieb über einer Schüssel. Lass sie mindestens zehn Minuten abtropfen, dabei sammelt sich der dunkle Sud unten. Vier Esslöffel davon brauchst du für die Creme, den Rest hebst du auf. Tropfnasse Früchte würden die Creme später wässrig machen und die Marmorierung ins Rötliche verlaufen lassen.
Schritt 2: Früchte zerkleinern
Lege die abgetropften Früchte auf ein Brett und schau sie durch: Kirschen können noch Stiele haben, Zwetschgen manchmal Kernreste. Hacke alles grob, sodass noch erkennbare Stücke bleiben – etwa erbsen- bis kirschgroß. Zu fein gehackt verliert die Creme ihren Biss und wird zu einem gleichmäßigen rosa Brei. Große Stücke dagegen sorgen dafür, dass in jedem Löffel etwas Frucht steckt.
Schritt 3: Quarkcreme rühren
Gib den Quark in eine große Schüssel und rühre ihn mit Puderzucker, Vanillezucker, der Zitronenschale und den vier Esslöffeln Sud glatt. Die Masse wird durch den Sud leicht beige und duftet sofort kräftig nach Rum. Rühre nur so lange, bis alles verbunden ist, denn zu langes Schlagen macht Quark dünnflüssig. Probiere kurz: Ist dein Rumtopf sehr süß, nimm beim nächsten Mal zehn Gramm weniger Puderzucker.
Schritt 4: Sahne unterheben
Schlage die gekühlte Sahne steif, aber nicht zu fest – sie soll noch glänzen und nicht flockig aussehen. Hebe sie in drei Portionen mit einem Teigschaber unter die Quarkmasse, immer von unten nach oben. Wenn keine weißen Schlieren mehr zu sehen sind, gibst du die gehackten Früchte dazu und ziehst sie nur mit zwei, drei Bewegungen durch. So bleibt das Marmormuster erhalten.
Schritt 5: Einfüllen und ziehen lassen
Verteile die Creme auf sechs Gläser und streiche die Oberfläche nur leicht glatt. Decke sie ab und stelle sie für mindestens drei Stunden kalt, gern auch über Nacht. In dieser Zeit verbindet sich das Rumaroma mit dem Quark und die Creme wird angenehm fest. Vor dem Servieren setzt du auf jedes Glas einen Löffel ganzer Rumtopf-Früchte und träufelst etwas vom aufgehobenen Sud darüber.
Omas Tipps
- Nicht mehr Sud als vier Esslöffel. Der Sud ist purer Alkohol mit Zucker; jeder weitere Löffel macht die Creme dünner und den Geschmack scharf statt rund. Willst du es kräftiger, nimm lieber mehr Früchte. Die tragen Aroma, ohne die Konsistenz zu verderben.
- Erdbeeren aus dem Rumtopf zuletzt zugeben. Sie sind nach Monaten im Rum am weichsten und zerfallen beim Unterheben sofort zu Mus. Hebe sie ganz am Schluss unter oder verwende sie nur zum Garnieren obenauf. Kirschen und Zwetschgen halten dagegen ihre Form gut.
- Kein Dessert für die ganze Runde. Der Rum bleibt ungekocht und voll wirksam, deshalb gehört diese Creme nicht auf den Kindertisch. Rühre für die Kleinen parallel eine Portion Quarkcreme mit eingelegten Kirschen ohne Alkohol an, dann sitzt niemand mit leerem Glas da.
Aufbewahrung & Haltbarkeit
Im Kühlschrank hält die Rumtopf-Creme drei Tage, der Alkohol wirkt dabei als natürlicher Schutz. Decke die Gläser fest mit Folie oder einem Deckel ab, sonst zieht der Quark Gerüche an und die Oberfläche trocknet leicht an. Schon am zweiten Tag schmeckt sie runder als frisch gerührt, weil sich die Fruchtsäure und der Rum gesetzt haben. Rühre vor dem Servieren nicht um, sonst verschwindet die Marmorierung.
Einfrieren funktioniert hier nicht gut. Quark trennt sich beim Auftauen in Molke und Masse, und der Alkohol verhindert zusätzlich, dass die Creme richtig durchfriert – sie bleibt schmierig statt fest. Übrige Rumtopf-Früchte kannst du dagegen problemlos im Krug lassen, dort halten sie sich bis zum nächsten Frühjahr.
Häufige Fragen
- Was mache ich, wenn ich keinen eigenen Rumtopf angesetzt habe?
- Fertige Rumtopf-Früchte gibt es im Glas, meist in der Weihnachtszeit bei Feinkosthändlern. Sie sind oft süßer als der selbst angesetzte, deshalb reduziere den Puderzucker auf 40 g. Alternativ legst du 300 g gemischte Tiefkühlfrüchte mit 4 EL braunem Rum und 3 EL Zucker über Nacht ein.
- Wie stark schmeckt man den Alkohol heraus?
- Deutlich, aber nicht beißend – Quark und Sahne fangen die Schärfe ab, das Aroma bleibt. Wenn dein Rumtopf mit 54-prozentigem Rum angesetzt wurde, reduziere den Sud auf zwei Esslöffel und gleiche mit einem Esslöffel Fruchtsaft aus. Nach drei Stunden Kühlzeit wirkt alles ohnehin milder.
- Kann ich Mascarpone statt Quark nehmen?
- Ja, das macht die Creme deutlich reicher und passt gut zum kräftigen Rumaroma. Nimm dann 250 g Mascarpone und 250 g Quark gemischt, sonst wird das Dessert sehr schwer. Den Puderzucker kannst du bei dieser Variante auf 50 g senken, weil Mascarpone selbst schon mild und voll schmeckt.

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