Omas Küche – einfache Rezepte, Schritt für Schritt erklärt

Rezepte der Oma
Braten, Gulasch & Geschnetzeltes

Rouladen wie bei Oma: Das Sonntagsessen, das immer gelingt!

Rouladen wie bei Oma: Das Sonntagsessen, das immer gelingt!
Portionen 4 Rouladen
Vorbereitung 30 Minuten
Garzeit 2 Stunden 15 Minuten
Gesamt 2 Stunden 45 Minuten

Sonntags roch es bei meiner Mutter schon am Vormittag nach angebratenem Fleisch und Zwiebeln, und wir Kinder wussten: Heute gibt es Rouladen. Der schwere gusseiserne Topf stand dann stundenlang auf der kleinen Flamme, und alle paar Minuten hob jemand kurz den Deckel und wurde von dieser Wolke aus Speck, Senf und Gurke empfangen. Rouladen sind das Sonntagsessen schlechthin, weil sie ohne Hektik auskommen und weil sie den ganzen Nachmittag lang gut werden, ohne dass man dabeistehen muss.

Und genau deshalb gelingen sie eigentlich immer. Das Fleisch ist Bindegewebe pur, es braucht keine Präzision, sondern Geduld: Zwei Stunden ganz sanftes Schmoren lösen die Faser auf, bis sich das Fleisch auf dem Teller mit der Gabel teilen lässt. Die Sauce entsteht von allein aus dem Bratensatz, dem Röstgemüse und dem Schmorsud, du musst sie am Ende nur noch durchsieben und binden. Wer einmal versteht, dass Rouladen kein Rezept, sondern ein Zeitplan sind, macht sie nie wieder anders.

Zutaten

  • 4 Rinderrouladen aus der Oberschale, je 180 g
  • 3 EL mittelscharfer Senf
  • 8 Scheiben durchwachsener Speck
  • 4 mittelgroße Gewürzgurken
  • 3 Zwiebeln
  • 1 Karotte
  • 1 Stück Knollensellerie, 80 g
  • 2 EL Tomatenmark
  • 250 ml trockener Rotwein
  • 700 ml Rinderbrühe
  • 2 Lorbeerblätter
  • 4 Pimentkörner
  • 2 EL Butterschmalz
  • 1 EL Speisestärke
  • 2 EL kaltes Wasser
  • 1 EL gehackte Petersilie
  • Salz
  • Frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Zubereitung

Schritt 1: Rouladen füllen

Lege die Rouladen nebeneinander auf das Brett und klopfe dickere Stellen mit dem Handballen flach, sie sollen überall gleich stark sein. Salze und pfeffere sie, dann streiche jede mit gut einem halben Esslöffel Senf dünn ein. Belege sie mit je zwei Scheiben Speck, lege eine längs halbierte Gewürzgurke an das breite Ende und verteile eine feingewürfelte Zwiebel darüber. Lass an den Längsseiten je einen Zentimeter frei.

Schritt 2: Rollen und fixieren

Schlage die beiden Längsseiten ein Stück nach innen ein und rolle die Roulade vom breiten Ende her stramm auf. Stramm ist wichtig, sonst quillt die Füllung im Topf heraus. Stecke sie mit zwei Rouladennadeln quer fest oder binde sie mit Küchengarn zweimal um. Salze die Außenseite noch einmal leicht und tupfe sie trocken, damit sie gleich schön Farbe nimmt.

Schritt 3: Scharf anbraten

Erhitze das Butterschmalz in einem schweren Bräter, bis es leicht raucht. Lege die Rouladen hinein und brate sie rundherum in insgesamt etwa acht Minuten kräftig dunkelbraun an, dreh sie dabei mehrfach. Nimm dir dafür Zeit, die Röstaromen sind später die halbe Sauce. Hebe die Rouladen heraus und stelle sie auf einen Teller beiseite.

Schritt 4: Sauce ansetzen

Würfle die restlichen zwei Zwiebeln, die Karotte und den Sellerie grob und gib sie in den Bräter. Röste sie fünf Minuten, bis die Zwiebeln Farbe haben, rühre das Tomatenmark ein und lass es eine Minute mitrösten, bis es dunkler wird. Lösche mit einem Drittel des Rotweins ab und kratze den Bratensatz mit dem Holzlöffel los. Lass den Wein einkochen und wiederhole das noch zweimal.

Schritt 5: Schmoren

Gieße die Rinderbrühe an, gib Lorbeer und Piment dazu und lege die Rouladen zurück in den Bräter, sie sollen zu drei Vierteln bedeckt sein. Bring alles einmal auf und stelle die Hitze dann so niedrig, dass die Flüssigkeit nur noch leise blubbert. Mit geschlossenem Deckel zwei Stunden schmoren lassen, dabei die Rouladen nach einer Stunde einmal wenden. Sie sind fertig, wenn eine Gabel ohne Widerstand hineingleitet.

Schritt 6: Sauce binden

Nimm die Rouladen heraus, entferne Nadeln oder Garn und halte sie zugedeckt warm. Gieße den Sud durch ein Sieb in einen Topf und drücke das Gemüse mit der Kelle gut aus. Koche die Sauce offen fünf Minuten ein, rühre die in kaltem Wasser angerührte Stärke ein und lass sie einmal aufwallen. Schmecke mit Salz und Pfeffer ab, lege die Rouladen zurück und streue vor dem Servieren die Petersilie darüber.

Omas Tipps

  • Gurkensud in die Sauce. Zwei Esslöffel vom Gewürzgurkenwasser kurz vor dem Abschmecken eingerührt bringen die Säure zurück, die beim langen Schmoren verloren geht. Die Sauce wirkt dadurch klarer im Geschmack, ohne dass man die Gurke einzeln heraushört.
  • Am Vortag kochen. Rouladen sind aufgewärmt besser als frisch. Lass sie über Nacht im Sud im Kühlschrank stehen, dann zieht die Würze bis in den Kern und die Sauce setzt Fett ab, das du kalt einfach von der Oberfläche abheben kannst.
  • Nadeln zählen. Notiere dir, wie viele Rouladennadeln du verwendet hast, und zähle sie beim Herausnehmen nach. Eine übersehene Nadel in der Sauce ist der klassische Sonntagsschreck, besonders wenn Kinder mitessen.

Aufbewahrung & Haltbarkeit

Im Sud vollständig bedeckt halten sich die Rouladen im Kühlschrank drei Tage. Gib sie samt Sauce in eine Schüssel, lass sie offen abkühlen und decke sie erst dann mit einem Teller oder Deckel ab, damit sich kein Kondenswasser bildet. Zum Aufwärmen erhitzt du alles auf dem Herd bei kleiner Flamme zehn bis fünfzehn Minuten, keinesfalls sprudelnd kochen: Das Fleisch würde bei starker Hitze wieder zäh und faserig werden.

Einfrieren geht hier sehr gut, anders als bei den meisten Fleischgerichten. Friere die Rouladen immer zusammen mit reichlich Sauce ein, dann trocknen sie nicht aus; drei Monate sind unproblematisch. Lass sie über Nacht im Kühlschrank auftauen und erwärme sie langsam im Topf. Binde die Sauce gegebenenfalls mit einem halben Teelöffel Stärke nach, weil sie beim Gefrieren etwas dünner werden kann.

Häufige Fragen

Welches Fleisch eignet sich am besten?
Klassisch ist die Oberschale vom Rind, weil sie sich in große dünne Scheiben schneiden lässt und genug Bindegewebe hat. Frag den Metzger nach Scheiben von etwa fünf Millimetern Stärke. Schwanzstück funktioniert ebenfalls, die Hüfte dagegen wird beim langen Schmoren eher trocken.
Kann ich die Rouladen im Backofen schmoren?
Ja, und viele finden das sogar zuverlässiger. Stelle den geschlossenen Bräter nach dem Angießen bei 160 Grad Ober- und Unterhitze für zwei Stunden in den Ofen. Die Hitze kommt von allen Seiten, nichts setzt am Boden an, und du musst nicht kontrollieren, ob die Flamme zu hoch steht.
Was tun, wenn die Roulade beim Schmoren aufgeht?
Dann war sie zu locker gerollt oder zu voll gefüllt. Retten lässt sich das noch: Setze die Roulade im Topf mit der Nahtstelle nach unten und drücke sie mit der Kelle kurz an, die Hitze hält sie dann zusammen. Beim nächsten Mal nimmst du eine Gurkenhälfte weniger.
Rouladen wie bei Oma: Das Sonntagsessen, das immer gelingt!
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