Nougat-Pralinen ohne Backen: 4 Zutaten und schmelzen auf der Zunge!
Wenn im Advent plötzlich Besuch angekündigt wird und auf dem Plätzchenteller nur noch Krümel liegen, dann greife ich zu diesem Rezept. Nougat-Pralinen retten mich seit Jahrzehnten aus solchen Nachmittagen. Mein Sohn hat als Kind immer behauptet, sie kämen aus einer Konditorei, dabei stand die Schüssel eine halbe Stunde vorher noch auf meiner Arbeitsplatte.
Das Besondere ist die Beschaffenheit: Nougat und Sahne zusammen ergeben eine Masse, die im Mund nicht bröselt, sondern einfach weggeht. Gebacken wird gar nichts, der Herd läuft nur kurz auf kleiner Flamme. Vier Zutaten, mehr steht nicht auf dem Zettel, und trotzdem sehen die Kugeln aus, als hätte sich jemand richtig Mühe gegeben.
Zutaten
- 300 g Nussnougat am Stück
- 100 g Zartbitterschokolade
- 80 ml Sahne
- 80 g Haselnüsse, geröstet und fein gehackt
Zubereitung
Schritt 1: Nougat und Schokolade zerkleinern
Schneide den Nougat mit einem großen Messer in kleine Würfel von etwa einem Zentimeter. Hacke die Zartbitterschokolade ebenso klein und gib beides zusammen in eine Schüssel, die auf einen Topf passt. Je feiner du schneidest, desto schneller schmilzt alles später gleichmäßig und desto geringer ist die Gefahr, dass die Masse zu heiß wird.
Schritt 2: Sahne erwärmen
Gib die Sahne in einen kleinen Topf und erhitze sie bei mittlerer Hitze, bis sich am Rand die ersten feinen Bläschen zeigen. Sie darf nicht kochen, sonst trennt sich die Masse später. Nimm den Topf sofort vom Herd, wenn die Oberfläche leicht zu zittern beginnt, das dauert etwa zwei Minuten.
Schritt 3: Alles zur Ganache verrühren
Gieße die heiße Sahne über Nougat und Schokolade und warte eine ganze Minute, ohne zu rühren. Dann rühre mit einem Löffel aus der Mitte heraus in immer größeren Kreisen. Nach etwa einer Minute ist die Masse glatt, tiefbraun und glänzend. Sind noch Stückchen übrig, stelle die Schüssel kurz über einen Topf mit heißem, nicht kochendem Wasser.
Schritt 4: Kalt stellen
Streiche die Masse glatt, decke die Schüssel ab und stelle sie für drei Stunden in den Kühlschrank. Sie muss fest genug sein, dass ein Löffel beim Hineindrücken stehen bleibt. Ist sie noch weich, gib ihr eine weitere halbe Stunde. Zu lange gekühlt wird sie dagegen hart und bricht beim Formen.
Schritt 5: Kugeln formen und wälzen
Steche mit einem Teelöffel Portionen ab und rolle sie zügig zwischen den Handflächen rund. Arbeite mit kühlen Händen und halte sie zwischendurch unter kaltes Wasser, sonst schmilzt die Masse an den Fingern. Wälze jede Kugel sofort in den gehackten Haselnüssen, bis sie rundum bedeckt ist, und setze sie in ein Papierförmchen.
Omas Tipps
- Nussnougat am Stück, nicht aus dem Glas. Streichfähiger Nougat aus dem Glas enthält viel Palmfett und wird mit der Sahne nie richtig fest. Der feste Block aus der Backabteilung hat einen höheren Nussanteil und gibt der Ganache ihren Stand.
- Haselnüsse selbst rösten und abreiben. Zehn Minuten in der trockenen Pfanne, dann in einem Geschirrtuch aneinanderreiben, bis sich die braune Haut löst. Die Haut macht die Hülle sonst bitter und haftet schlecht am Nougat.
- Ein Löffel Rum hebt den Nougat an. Rühre ihn ganz am Ende in die noch warme Masse, nie in die heiße Sahne. Die Nussnote wird dadurch runder, und die Pralinen bleiben im Kühlschrank etwas geschmeidiger.
Varianten
- Mit Marzipankern. Forme kleine Marzipankugeln und umhülle sie mit der Nougatmasse. Marzipan und Nougat sind eine alte Kombination, die auf jedem Weihnachtsteller funktioniert.
- Weiße Hülle. Weiße Kuvertüre zum Überziehen macht die Pralinen optisch heller und süßer. Sie muss vorsichtiger temperiert werden, weil sie schneller anbrennt.
- Mit Espresso. Ein Teelöffel Instant-Espressopulver in der warmen Sahne aufgelöst nimmt dem Nougat die Süße und gibt eine bittere Tiefe, die gut zu den Haselnüssen passt.
Aufbewahrung & Haltbarkeit
Die Pralinen bleiben im Kühlschrank etwa zehn Tage gut. Setze sie in Papierförmchen in eine Dose, am besten nur in einer Lage, denn die Nusshülle drückt sich sonst platt. Der Deckel muss dicht schließen, sonst zieht die Ganache Kühlschrankgerüche an. Zum Servieren stellst du sie zwanzig Minuten vorher heraus, erst dann zergehen sie wirklich auf der Zunge.
Einfrieren geht und funktioniert bei dieser Masse sogar gut, weil sie durch die Sahne nicht kristallisiert. Bis zu drei Monate in einer gut verschlossenen Dose, danach über Nacht im Kühlschrank auftauen, nie bei Zimmertemperatur. Die Haselnusshülle wird dabei etwas weicher, das lässt sich mit einer Handvoll frisch gehackter Nüsse leicht korrigieren.
Häufige Fragen
- Meine Masse ist körnig geworden, ist sie noch zu retten?
- Meistens ja. Körnig wird sie, wenn die Sahne gekocht hat oder der Nougat zu heiß wurde. Gib einen Esslöffel kalte Sahne dazu und rühre kräftig weiter, bis sie wieder zusammenfindet. Hilft das nicht, wärme die Schüssel kurz über dem Wasserbad und rühre erneut.
- Kann ich Vollmilchschokolade statt Zartbitter nehmen?
- Möglich, aber die Pralinen werden dann sehr süß, weil der Nussnougat schon reichlich Zucker mitbringt. Die Zartbitterschokolade setzt den Gegenpol und sorgt außerdem für Festigkeit. Wenn es unbedingt Vollmilch sein soll, kühle die Masse mindestens vier Stunden.
- Warum bleiben die Kugeln an meinen Händen kleben?
- Weil Nougat schon bei Körpertemperatur weich wird. Arbeite in kleinen Schüben, lasse den Rest der Masse im Kühlschrank und spüle die Hände zwischendurch kalt ab. Trockne sie gut, denn Wassertropfen lassen die Ganache stumpf werden.

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