Omas Küche – einfache Rezepte, Schritt für Schritt erklärt

Rezepte der Oma
Krautsalat & Kohlsalate

Kohlrabisalat mit Karotte: Knackig, in 15 Minuten geraspelt!

Kohlrabisalat mit Karotte: Knackig, in 15 Minuten geraspelt!
Portionen 4
Vorbereitung 15 Minuten
Gesamt 15 Minuten
Schwierigkeit Einfach

Es gibt Tage, da steht bei mir kein großer Topf auf dem Herd. Im Sommer, wenn die Küche schon am Vormittag warm wird, hole ich stattdessen die Reibe aus der Schublade und mache diesen Kohlrabisalat mit Karotte. Bei uns im Garten war Kohlrabi immer die Knolle, die niemand so recht beachtet hat – bis mein Vater sie roh geschält, in Scheiben geschnitten und uns Kindern in die Hand gedrückt hat. Dieser Salat ist genau dieses Gefühl, nur mit ein bisschen Dressing drumherum.

Was ihn so praktisch macht: Du brauchst keinen Topf, keinen Ofen und keine Wartezeit. Kohlrabi und Karotte werden geraspelt, mit Zitrone, Öl und einem Löffel Schmand vermischt, kurz durchgezogen – fertig. Von der ersten Knolle bis zur Schüssel auf dem Tisch vergehen 15 Minuten, und die habe ich ehrlich gestoppt, nicht geschätzt. Der Salat bleibt dabei knackig, weil nichts gekocht und nichts lange gesalzen stehen gelassen wird.

Zutaten

  • 2 mittelgroße Kohlrabi (ca. 500 g geschält)
  • 2 große Karotten (ca. 250 g)
  • 2 EL Zitronensaft, frisch gepresst
  • 3 EL Sonnenblumenöl
  • 2 EL Schmand
  • 1 TL mittelscharfer Senf
  • 1 TL Honig
  • 1/2 Bund glatte Petersilie
  • Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Zubereitung

Schritt 1: Kohlrabi schälen

Schneide zuerst die Blattansätze und den holzigen Strunk ab. Schäle die Knollen großzügig mit einem Messer, nicht mit dem Sparschäler – unter der dünnen Haut liegt bei größeren Kohlrabi oft eine zähe Faserschicht, die du mit wegnehmen willst. Halbiere die geschälten Knollen und prüfe die Mitte: Ist sie schwammig oder hohl, schneide diesen Teil heraus. Übrig bleiben feste, weiße Hälften, die beim Schneiden hörbar knacken.

Schritt 2: Alles raspeln

Nimm die grobe Seite der Vierkantreibe oder die Raspelscheibe der Küchenmaschine. Raspele die Kohlrabihälften und die geschälten Karotten direkt in eine große Schüssel. Grob ist hier besser als fein: Feine Raspel fallen in sich zusammen und wässern, grobe behalten Biss. Die Karotte färbt das Ganze hübsch ein, deshalb hebe ich sie erst ganz zum Schluss unter. Das dauert mit der Hand keine fünf Minuten.

Schritt 3: Dressing anrühren

Verrühre in einer kleinen Schüssel den Zitronensaft mit Senf, Honig und einer kräftigen Prise Salz, bis sich alles gelöst hat. Gieße dann das Öl in dünnem Strahl dazu und rühre mit der Gabel weiter, bis die Mischung leicht cremig wird. Zum Schluss den Schmand einrühren – er macht das Dressing mild und lässt es an den Raspeln haften, statt auf den Schüsselboden zu laufen. Pfeffer erst jetzt dazugeben.

Schritt 4: Mischen und abschmecken

Gieße das Dressing über die Raspel und hebe alles mit zwei Gabeln locker unter, nicht mit dem Löffel drücken. Zupfe die Petersilienblätter ab, hacke sie grob und mische zwei Drittel davon unter. Probiere jetzt: Kohlrabi schluckt Salz, oft fehlt noch eine Prise oder ein Spritzer Zitrone. Streue den Rest der Petersilie darüber und stelle die Schüssel auf den Tisch. Am besten schmeckt er in den ersten zwei Stunden.

Omas Tipps

  • Kleine Knollen kaufen. Kohlrabi über faustgroß wird innen fast immer holzig und schmeckt strohig. Zwei Knollen von je gut 250 g geschältem Gewicht sind ideal – sie sind zart genug, um roh geraspelt zu werden, und du musst kaum etwas wegschneiden.
  • Nicht vorsalzen. Bei Gurken zieht man Wasser mit Salz heraus, hier wäre das ein Fehler. Gesalzene Kohlrabiraspel werden innerhalb von zwanzig Minuten weich und schwimmen in trüber Flüssigkeit. Salz kommt deshalb nur ins Dressing und erst kurz vor dem Servieren an den Salat.
  • Die Blätter mitverwenden. Die jungen, hellgrünen Herzblätter aus der Mitte des Kohlrabistrauchs sind zart und schmecken leicht nach Kohl. Wasche sie, schneide sie in feine Streifen und mische sie unter den Salat – das spart Petersilie und ist genau das, was man früher aus Sparsamkeit getan hat.

Aufbewahrung & Haltbarkeit

Im Kühlschrank hält sich der angemachte Salat gut abgedeckt etwa einen Tag, also rund 24 Stunden. Nimm eine Schüssel mit Deckel oder lege einen Teller darauf, damit der Kohlrabigeruch nicht auf Butter und Milch übergeht. Nach ein paar Stunden sammelt sich Flüssigkeit am Boden – gieße sie ab und rühre einen Teelöffel Schmand unter, dann schmeckt er wieder rund. Der Biss lässt allerdings spürbar nach.

Einfrieren solltest du diesen Salat nicht. Roher Kohlrabi besteht zu über neunzig Prozent aus Wasser; beim Gefrieren sprengen die Eiskristalle die Zellwände, und nach dem Auftauen hast du eine graue, matschige Masse ohne jeden Knack. Auch der Schmand im Dressing flockt aus. Raspele lieber frisch – es dauert ja nur Minuten.

Häufige Fragen

Kann ich den Kohlrabi schon morgens raspeln?
Ja, aber ohne Dressing und ohne Salz. Gib die Raspel in eine verschlossene Dose in den Kühlschrank, dann bleiben sie bis zum Abend fest. Die Schnittflächen werden leicht blass, was ein Spritzer Zitronensaft verhindert.
Was passt zu diesem Salat als Hauptgericht?
Bei uns kommt er zu Bratkartoffeln oder zu gebratenen Frikadellen auf den Tisch, weil das Zitronendressing die Schwere gut auffängt. Auch neben einer Scheibe frischem Bauernbrot mit Butter reicht er als leichtes Abendessen für zwei.
Geht das Dressing auch ohne Schmand?
Ja, ersetze ihn durch 2 EL Naturjoghurt oder lasse ihn ganz weg und nimm stattdessen einen weiteren Esslöffel Öl. Ohne Milchprodukt wird der Salat frischer und säuerlicher, haftet aber weniger gut an den Raspeln – dann öfter durchheben.
Kohlrabisalat mit Karotte: Knackig, in 15 Minuten geraspelt!
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