Kirsch-Schmand-Kuchen vom Blech: Der 5-Zutaten-Kuchen!
Es gibt Kuchen, die man plant, und Kuchen, die einfach passieren. Dieser hier gehört zur zweiten Sorte. Wenn am Samstagvormittag Besuch angekündigt wird und der Vorratsschrank nicht viel hergibt, dann greife ich nach einem Glas Sauerkirschen, einem Becher Schmand und backe dieses Blech. Meine Mutter hat ihn so gemacht, als wir Kinder waren, und bei uns hieß er nie anders als „der Schnelle“.
Das Besondere: Du brauchst wirklich nur fünf Zutaten. Ein einfacher Rührteig aus Mehl, Zucker, Butter und Eiern bildet den Boden, die abgetropften Kirschen kommen darauf, und der Schmand wird mit einem Teil von Zucker und Ei zu einem Guss verrührt, der beim Backen zu einer sanften, fast puddingartigen Schicht stockt. Keine Streusel, kein Pudding aus der Tüte, keine Gelatine. Nur ehrliche Zutaten, ein Blech und eine knappe Stunde.
Zutaten
- 300 g Mehl (Type 405)
- 250 g Zucker
- 200 g weiche Butter
- 5 Eier (Größe M)
- 600 g Schmand (2 Becher à 300 g)
Dazu kommen nur noch 2 Gläser Sauerkirschen (je 680 g, Abtropfgewicht etwa 350 g) sowie eine Prise Salz und etwas Butter für das Blech. Kirschen und Salz zählen wir nicht mit, sie sind Obst und Würze, keine Teigzutat.
Zubereitung
Schritt 1: Kirschen abtropfen lassen
Gib die Sauerkirschen in ein Sieb und lass sie mindestens 15 Minuten abtropfen, am besten schon bevor du mit dem Teig beginnst. Schüttele das Sieb zwischendurch einmal kräftig. Nasse Kirschen sind der häufigste Grund für einen matschigen Boden. Wenn du es ganz genau nimmst, tupfst du sie zusätzlich mit Küchenpapier ab. Den Saft kannst du auffangen und später als Getränk oder für ein Kompott verwenden.
Schritt 2: Rührteig anrühren
Heize den Backofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vor. Schlage 150 g der weichen Butter mit 130 g Zucker und einer Prise Salz hell und cremig auf, das dauert etwa drei Minuten. Gib 3 Eier einzeln dazu und rühre jedes gut unter, bevor das nächste folgt. Zum Schluss hebst du das gesamte Mehl unter, bis ein glatter, dickflüssiger Teig entsteht, der schwer vom Löffel reißt.
Schritt 3: Boden und Kirschen aufs Blech
Fette das Blech mit der restlichen Butter aus und streiche den Teig mit einem Teigschaber gleichmäßig darauf. Er ist dick, lass dich davon nicht irritieren, er zieht sich beim Backen. Verteile die abgetropften Kirschen locker über die ganze Fläche, ohne sie einzudrücken. Halte am Rand etwa einen Zentimeter frei, damit der spätere Guss nicht über die Kante läuft.
Schritt 4: Schmandguss verrühren
Verrühre den Schmand mit den restlichen 120 g Zucker und den übrigen 2 Eiern zu einer glatten, hellen Creme. Rühre nur so lange, bis alles verbunden ist, sonst wird die Masse zu dünn und läuft beim Backen unter die Kirschen. Verteile die Creme in Löffelklecksen über dem Blech und streiche sie dann vorsichtig glatt. Die Kirschen dürfen ruhig stellenweise hindurchschauen.
Schritt 5: Backen und auskühlen
Schiebe das Blech auf die mittlere Schiene und backe den Kuchen 40 Minuten. Er ist fertig, wenn die Schmandschicht an den Rändern leicht goldgelb ist und in der Mitte nur noch minimal wackelt, wenn du das Blech antippst. Nimm ihn heraus und lass ihn vollständig auskühlen, mindestens zwei Stunden. Warm geschnitten zerfällt er, kalt schneidet er sich sauber in Quadrate.
Omas Tipps
- Nimm Sauerkirschen, keine Süßkirschen. Der Schmandguss und der Teig bringen zusammen 250 g Zucker mit. Süßkirschen aus dem Glas machen den Kuchen dann pappig. Die Säure der Schattenmorellen ist genau das Gegengewicht, das dieses Blech braucht.
- Ein Löffel Grieß rettet nasse Kirschen. Wenn du merkst, dass die Kirschen trotz Abtropfen noch feucht sind, streue einen gestrichenen Esslöffel Hartweizengrieß auf den Teig, bevor die Kirschen daraufkommen. Er bindet die Restflüssigkeit und bleibt geschmacklich völlig unauffällig.
- Der Guss braucht Zimmertemperatur. Schmand direkt aus dem Kühlschrank verbindet sich schlecht mit den Eiern und zieht beim Backen Schlieren. Stell den Becher schon eine halbe Stunde vorher heraus, dann wird die Schicht gleichmäßig cremig statt fleckig.
Aufbewahrung & Haltbarkeit
Wegen des Schmands und der Eier im Guss gehört dieser Kuchen in den Kühlschrank. Dort hält er sich abgedeckt 3 Tage. Decke ihn nicht mit Frischhaltefolie direkt auf der Oberfläche ab, sonst klebt die Creme an und reißt beim Abziehen. Besser ist ein umgedrehtes Blech, eine große Haube oder du hebst die Stücke in eine flache Dose mit Deckel. Am zweiten Tag schmeckt er sogar runder, weil der Kirschsaft ein wenig in den Boden gezogen ist.
Einfrieren funktioniert bei diesem Kuchen nur mit Abstrichen. Die Schmandschicht trennt sich beim Auftauen leicht und wird wässrig, der Boden bleibt hingegen gut. Wenn du trotzdem einfrieren willst, dann stückweise auf einem Teller vorfrieren, dann einzeln einpacken und innerhalb von 4 Wochen aufbrauchen. Auftauen immer langsam über Nacht im Kühlschrank, niemals bei Zimmertemperatur.
Häufige Fragen
- Kann ich Schmand durch saure Sahne oder Crème fraîche ersetzen?
- Crème fraîche geht gut, sie hat sogar mehr Fett und stockt noch etwas fester. Saure Sahne ist mit rund 10 Prozent Fett zu dünn, der Guss bleibt dann suppig und zieht in den Teig. Wenn du nur saure Sahne im Haus hast, rühre einen gehäuften Esslöffel Speisestärke mit unter.
- Meine Schmandschicht ist rissig geworden, woran liegt das?
- Das passiert fast immer bei zu langer Backzeit oder zu hoher Temperatur. Der Guss soll bei 180 Grad in 40 Minuten nur eben stocken und in der Mitte noch leicht zittern. Risse sind ein Schönheitsfehler, kein Drama, der Kuchen schmeckt trotzdem. Beim nächsten Mal nimmst du das Blech fünf Minuten früher heraus.
- Funktioniert das Rezept auch mit frischen Kirschen?
- Ja, du brauchst dann etwa 700 g entsteinte Sauerkirschen. Weil frische Kirschen beim Backen mehr Saft ziehen als eingelegte, streue unbedingt den Esslöffel Grieß auf den Teig. Die Backzeit bleibt gleich, prüfe aber nach 40 Minuten, ob der Boden am Rand wirklich goldbraun ist.

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