Omas Küche – einfache Rezepte, Schritt für Schritt erklärt

Rezepte der Oma
Kekse & Plätzchen

Engelsaugen: Die Marmeladen-Plätzchen, die jeder nachbacken will!

Engelsaugen: Die Marmeladen-Plätzchen, die jeder nachbacken will!
Portionen etwa 35 Plätzchen
Vorbereitung 25 Minuten
Garzeit 13 Minuten
Gesamt 1 Stunde 8 Minuten

Es gibt Plätzchen, die verschwinden vom Blech, bevor sie überhaupt ausgekühlt sind. Engelsaugen gehören dazu. Bei mir stehen sie seit Jahrzehnten auf dem Weihnachtsteller, und jedes Jahr fragt jemand nach dem Rezept – meistens noch mit vollem Mund. Die kleinen runden Kugeln mit der glänzenden Marmelade in der Mitte sehen aus wie etwas, das aus einer Konditorei kommt, dabei rührst du den Teig in einer einzigen Schüssel zusammen.

Das Schöne daran: Du brauchst keine Ausstechformen, keine Geduld beim Ausrollen, keine ruhige Hand. Du rollst Kugeln, drückst mit dem Stielende eines Holzlöffels eine Mulde hinein und füllst sie mit Gelee. Kinder machen das mit Begeisterung, und selbst wenn die Mulden krumm werden, schmeckt am Ende alles gleich gut. Der Teig ist ein klassischer Mürbeteig – viel Butter, wenig Zucker, ein Hauch Vanille – und genau deshalb zergehen die Plätzchen auf der Zunge.

Zutaten

  • 250 g Weizenmehl Type 405
  • 180 g kalte Butter, in Würfeln
  • 80 g Puderzucker
  • 1 Eigelb (Größe M)
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 1 Prise Salz
  • etwa 120 g rotes Johannisbeergelee
  • 1 EL Puderzucker zum Bestäuben

Zubereitung

Schritt 1: Den Teig zusammenfügen

Gib Mehl, Puderzucker, Vanillezucker und Salz in eine große Schüssel und verrühre alles kurz. Verteile die kalten Butterwürfel darüber und gib das Eigelb dazu. Verknete alles mit den Händen zügig zu einem glatten Teig – nicht zu lange, sonst wird die Butter warm und der Teig klebrig. Sobald sich der Teig zu einer Kugel formen lässt und keine Mehlnester mehr zu sehen sind, bist du fertig.

Schritt 2: Kalt stellen

Drücke den Teig zu einer flachen Scheibe, wickle ihn in Frischhaltefolie und lege ihn für 30 Minuten in den Kühlschrank. Diese Pause ist wichtig: Die Butter wird wieder fest, und die Kugeln behalten später im Ofen ihre Form. Ein Teig, der direkt aus der Schüssel ins Rohr wandert, läuft breit und verliert die schöne Mulde. Heize in der Zwischenzeit den Backofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vor.

Schritt 3: Kugeln formen

Nimm den Teig heraus und zupfe walnussgroße Stücke ab, etwa 15 g pro Stück. Rolle sie zwischen den Handflächen zu glatten Kugeln und setze sie mit reichlich Abstand auf ein mit Backpapier belegtes Blech. Falls der Teig an den Händen klebt, lege ihn noch fünf Minuten zurück in die Kälte. Die Kugeln müssen nicht perfekt rund sein, aber glatt – Risse werden beim Backen größer.

Schritt 4: Mulden eindrücken

Drücke mit dem Stielende eines Holzlöffels in jede Kugel eine Mulde. Geh dabei bis knapp über die Hälfte hinunter, aber nicht durch den Boden. Drehe den Stiel leicht, dann wird der Rand sauber. Wenn der Teigrand einreißt, drücke ihn mit den Fingerspitzen wieder zusammen. Diese Mulde hält später das Gelee – je gleichmäßiger sie ist, desto schöner sehen die fertigen Plätzchen aus.

Schritt 5: Backen

Schiebe das Blech auf die mittlere Schiene und backe die Plätzchen 13 Minuten. Sie sollen nur ganz blass bleiben, höchstens die Ränder dürfen einen zarten goldenen Ton bekommen. Nimm das Blech heraus und lass die Plätzchen fünf Minuten darauf stehen – sie sind jetzt noch weich und brechen leicht. Danach hebe sie vorsichtig auf ein Kuchengitter.

Schritt 6: Füllen und bestäuben

Rühre das Johannisbeergelee in einem kleinen Topf bei milder Hitze glatt, bis es flüssig ist. Fülle es in einen kleinen Spritzbeutel oder nimm einen Teelöffel und gib in jede Mulde etwa einen halben Teelöffel. Lass das Gelee vollständig fest werden, das dauert etwa 20 Minuten. Zum Schluss bestäubst du nur den Teigrand mit Puderzucker – halte dabei ein Sieb schräg, damit die roten Augen frei bleiben.

Omas Tipps

  • Gelee statt Konfitüre. Nimm ein klares Gelee ohne Fruchtstücke, Johannisbeere oder Quitte sind ideal. Konfitüre mit Stücken wird beim Erwärmen wässrig und läuft aus der Mulde. Das Gelee dagegen bleibt nach dem Abkühlen glänzend stehen und sieht aus wie ein kleines rotes Fenster.
  • Die Mulde zweimal drücken. Wenn die Kugeln im Ofen aufgehen, verschwindet die Vertiefung gern zur Hälfte. Zieh das Blech nach acht Minuten kurz heraus und drück die Mulden mit dem Löffelstiel nach. Danach backen sie fertig und die Vertiefung bleibt tief genug für eine ordentliche Füllung.
  • Puderzucker erst ganz zum Schluss. Bestäubst du die noch warmen Plätzchen, löst sich der Zucker auf und hinterlässt feuchte Flecken. Warte, bis alles kalt ist und das Gelee fest steht. Dann bleibt der Puderzucker als feiner weißer Schleier auf dem Teigrand liegen.

Aufbewahrung & Haltbarkeit

In einer gut schließenden Blechdose halten sich Engelsaugen etwa zwei Wochen. Lege zwischen die Lagen ein Blatt Backpapier, sonst kleben die Geleeaugen aneinander. Wichtig ist, dass die Plätzchen wirklich vollständig ausgekühlt und das Gelee fest ist, bevor du die Dose schließt – sonst bildet sich Kondenswasser und der Mürbeteig wird weich. Ein Stück Apfel in der Dose ist hier fehl am Platz, es bringt nur unnötige Feuchtigkeit.

Einfrieren funktioniert, aber nur ungefüllt. Backe die Kugeln mit Mulde, lass sie auskühlen und friere sie flach nebeneinander ein, bis zu drei Monate. Das Gelee überlebt das Einfrieren nicht gut: Es wird nach dem Auftauen wässrig und läuft aus der Vertiefung. Fülle die Plätzchen also erst, nachdem du sie aufgetaut hast – eine halbe Stunde bei Zimmertemperatur genügt.

Häufige Fragen

Warum laufen meine Plätzchen im Ofen breit?
Fast immer war der Teig zu warm. Die halbe Stunde im Kühlschrank ist keine Empfehlung, sondern nötig, damit die Butter fest bleibt. Wenn deine Küche warm ist, stell auch das fertig belegte Blech noch zehn Minuten kalt, bevor es in den Ofen geht.
Kann ich statt Eigelb ein ganzes Ei nehmen?
Besser nicht. Das Eiweiß bringt Feuchtigkeit in den Mürbeteig und macht ihn eher fest als mürbe. Wenn du das Eigelb ganz weglassen möchtest, ersetze es durch einen Esslöffel kalten Schmand – der Teig wird dann etwas weicher, bleibt aber zart.
Mein Gelee ist nach dem Abkühlen nicht fest geworden. Was tun?
Du hast es vermutlich zu stark erhitzt, dadurch verliert das Pektin seine Bindekraft. Erwärme das Gelee nur so weit, dass es gerade eben flüssig wird, und lass es nicht kochen. Bei einer bereits gefüllten Charge hilft es, die Plätzchen offen eine Stunde kühl zu stellen.
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