Brokkolicremesuppe mit 4 Zutaten: Samtig in 20 Minuten!
Es gibt Abende, da öffnest du den Kühlschrank und findest einen Kopf Brokkoli, eine Zwiebel und sonst nicht viel. Genau daraus wird bei mir seit Jahren diese Suppe. Sie braucht keine langen Zutatenlisten und keine Gewürzschublade, sondern nur vier Dinge und einen Topf. Salz, Pfeffer und Wasser zähle ich dabei nicht mit, die stehen ohnehin in jeder Küche.
Das Schöne ist die Farbe und die Textur. Wenn du den Brokkoli nur kurz gart und sofort pürierst, bleibt die Suppe hellgrün und wird samtig wie Seide. Die Sahne rundet sie ab, mehr Bindung braucht es nicht. Nach zwanzig Minuten sitzt du am Tisch, und niemand glaubt dir, dass hier nur vier Zutaten im Spiel waren.
Zutaten
- 700 g Brokkoli (1 großer Kopf, mit Strunk)
- 1 mittelgroße Zwiebel
- 900 ml Gemüsebrühe
- 150 ml Sahne
- Salz und schwarzer Pfeffer
Zubereitung
Schritt 1: Brokkoli zerlegen
Schneide die Röschen vom Brokkoli ab und lege eine kleine Handvoll der schönsten beiseite – sie kommen später als Einlage obenauf. Den Strunk wirfst du nicht weg: Schäle die holzige Außenschicht mit dem Sparschäler ab und würfle das helle Innere. Es schmeckt milder und süßer als die Röschen und gibt der Suppe ihren vollen Körper.
Schritt 2: Zwiebel andünsten
Würfle die Zwiebel und gib sie mit zwei Esslöffeln der Brühe in den Topf. So dünstest du sie ohne Fett an und bleibst bei deinen vier Zutaten. Rühre bei mittlerer Hitze zwei bis drei Minuten, bis sie weich und durchscheinend ist. Sie soll keine braunen Stellen bekommen, sonst trübt sich später die helle Farbe der Suppe.
Schritt 3: Garen
Gieße die restliche Brühe an und bringe sie zum Kochen. Zuerst kommen die Strunkwürfel hinein, sie brauchen vier Minuten Vorsprung. Dann folgen die Röschen. Koche alles offen weitere sechs bis sieben Minuten, bis die Röschen weich sind, aber noch kräftig grün. Zu langes Kochen lässt die Farbe ins Graue kippen und den Geschmack kohlig werden.
Schritt 4: Einlage abnehmen und pürieren
Fische die beiseitegelegten kleinen Röschen, die du in den letzten drei Minuten mitgekocht hast, mit der Schaumkelle heraus und stelle sie warm. Nimm den Topf vom Herd und püriere den Rest gründlich mit dem Stabmixer, mindestens eine Minute lang. Erst dann verschwinden die feinen Fasern der Röschen und die Suppe wird wirklich samtig statt grobkörnig.
Schritt 5: Sahne und Abschmecken
Rühre die Sahne ein und lass die Suppe bei kleiner Hitze noch einmal heiß werden, ohne sie sprudelnd kochen zu lassen. Schmecke kräftig mit Salz und frisch gemahlenem Pfeffer ab – Brokkoli verträgt mehr Salz, als man vermutet. Verteile die Suppe auf vier Schalen und setze die zurückgehaltenen Röschen obenauf.
Omas Tipps
- Der Strunk ist die halbe Suppe. Wer ihn wegwirft, verschenkt fast ein Drittel des Brokkolis und den mildesten Teil dazu. Geschält und gewürfelt kocht er problemlos mit und sorgt für die dichte Konsistenz, die man sonst mit Kartoffel oder Mehl erzeugen müsste.
- Offen kochen für die Farbe. Unter geschlossenem Deckel sammeln sich die Säuren des Kohls im Topf und lassen das Grün stumpf werden. Lass den Deckel weg, dann bleibt die Suppe hell und frisch in der Farbe.
- Sahne nie aufkochen. Bei sprudelnder Hitze kann sie in der leicht säuerlichen Brokkoliflüssigkeit ausflocken. Rühre sie am Ende bei kleiner Flamme ein und ziehe den Topf herunter, sobald Dampf aufsteigt.
Varianten
- Mit Kartoffel gebunden. Eine mehligkochende Kartoffel mitkochen und mitpürieren bindet die Suppe ganz ohne Sahne. Sie wird dadurch sättigender und bleibt vegan.
- Mit Blauschimmelkäse. 60 g Gorgonzola am Ende einrühren, bis er geschmolzen ist. Brokkoli und Blauschimmel sind eine alte Kombination, die aus der Alltagssuppe etwas für Gäste macht.
- Mit gerösteten Mandeln. Zwei Esslöffel Mandelblättchen trocken rösten und über die angerichtete Suppe streuen. Der Biss fehlt einer pürierten Suppe sonst.
Aufbewahrung & Haltbarkeit
Im Kühlschrank hält die Suppe zwei Tage, abgedeckt in einer Schüssel oder einem verschlossenen Glas. Länger würde ich sie nicht stehen lassen, weil Kohlgemüse mit der Zeit einen strengen Geruch entwickelt. Zum Aufwärmen bei milder Hitze langsam erhitzen und immer wieder rühren; die Farbe wird dabei etwas dunkler, am Geschmack ändert das nichts.
Einfrieren rate ich hier ab. Die Sahne trennt sich beim Auftauen leicht, und der Brokkoli verliert seine feine Struktur, sodass die Suppe wässrig wirkt. Wenn du vorsorgen willst, friere die Suppe vor dem Einrühren der Sahne ein – so hält sie zwei Monate und du gibst die Sahne erst beim Aufwärmen dazu.
Häufige Fragen
- Funktioniert das auch mit tiefgekühltem Brokkoli?
- Ja, nimm 700 g Tiefkühlröschen und gib sie gefroren in die kochende Brühe. Da der Strunk fehlt, wird die Suppe etwas dünner – koche sie dann fünf Minuten offen ein, bevor du pürierst. Die Garzeit bleibt bei rund acht Minuten.
- Warum schmeckt meine Suppe bitter?
- Bitterkeit entsteht fast immer durch zu langes Kochen oder durch nicht geschälte Strunkteile. Halte dich an die sieben Minuten für die Röschen und schäle den Strunk großzügig, bis nur noch das hellgrüne Innere übrig ist.
- Wie bekomme ich sie ohne Sahne cremig?
- Ersetze die 150 ml Sahne durch 150 ml Hafersahne, dann bleibt die Konsistenz fast gleich. Oder püriere zwei zusätzliche Esslöffel Strunkwürfel mit und reduziere die Brühe um 100 ml – der Brokkoli bindet dann selbst.

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