Falafel aus dem Airfryer: Ohne Frittieren, 16 Stück in 15 Minuten!
Frittieren war bei mir früher immer eine halbe Katastrophe. Ein Topf voll heißem Öl, das Spritzen, der Geruch, der noch Tage später in den Gardinen hängt – und am Ende bleibt ein Liter gebrauchtes Fett übrig, mit dem niemand etwas anzufangen weiß. Deshalb habe ich es lange gelassen und Falafel nur auswärts gegessen. Bis ich gemerkt habe, dass die Heißluftfritteuse genau diese Bällchen erstaunlich gut hinbekommt.
Was du dafür brauchst, ist etwas Geduld am Vorabend: Getrocknete Kichererbsen müssen einweichen, Dosenkichererbsen taugen für Falafel nicht, weil sie zu weich sind und die Masse zu Brei wird. Ist das erledigt, geht alles schnell. Der Mixer macht die Arbeit, du formst sechzehn Bällchen, und nach fünfzehn Minuten im Korb stehen sie knusprig auf dem Tisch – außen rau und goldbraun, innen kräuterig grün.
Zutaten
- 250 g getrocknete Kichererbsen
- 1 Zwiebel (ca. 80 g)
- 3 Knoblauchzehen
- 1 Bund glatte Petersilie (ca. 30 g)
- ½ Bund Koriander (ca. 15 g)
- 2 TL gemahlener Kreuzkümmel
- 1 TL gemahlener Koriandersamen
- 1 TL Backpulver
- 2 EL Mehl
- 1½ TL Salz
- ½ TL schwarzer Pfeffer
- 2 EL Olivenöl
Zubereitung
Schritt 1: Kichererbsen einweichen
Gib die getrockneten Kichererbsen am Vorabend in eine große Schüssel und bedecke sie mit reichlich kaltem Wasser – sie saugen sich auf etwa das Dreifache voll, also nimm mehr Wasser, als du für nötig hältst. Zwölf Stunden bei Zimmertemperatur reichen. Am nächsten Tag gießt du sie ab und lässt sie im Sieb gut abtropfen. Gekocht werden sie nicht, das ist kein Fehler im Rezept, sondern der ganze Trick.
Schritt 2: Masse mixen
Schäle Zwiebel und Knoblauch, zupfe die Kräuterblätter von den Stielen. Alles zusammen mit den abgetropften Kichererbsen in den Mixer oder die Küchenmaschine geben und in kurzen Impulsen zerkleinern. Du willst eine grobkörnige Masse wie nasser Sand, keinen glatten Brei – zwischendurch immer wieder mit dem Teigschaber von den Rändern schieben. Rühre dann Kreuzkümmel, Koriandersamen, Mehl, Salz und Pfeffer unter.
Schritt 3: Kühlen und formen
Stelle die Masse für 30 Minuten zugedeckt in den Kühlschrank, damit das Mehl quellen kann und die Bällchen später halten. Danach rührst du das Backpulver unter – erst jetzt, sonst verliert es seine Wirkung. Forme mit feuchten Händen 16 gleich große Bällchen von etwa 35 g und drücke jedes leicht flach, so gart die Mitte gleichmäßig durch.
Schritt 4: Ölen und garen
Heize die Heißluftfritteuse zwei Minuten auf 190 °C vor. Pinsle die Bällchen rundherum dünn mit Olivenöl ein oder wende sie vorsichtig darin. Lege sie mit Abstand in den Korb – bei den meisten Geräten sind das zwei Durchgänge zu acht Stück. Gare sie 15 Minuten, wende sie nach 9 Minuten einmal. Sie sind fertig, wenn die Oberfläche dunkel goldbraun und rau ist.
Schritt 5: Servieren
Nimm die Falafel heraus und lass sie eine Minute auf einem Gitter ruhen, nicht auf dem Teller – sonst schwitzt die Unterseite. Serviere sie warm mit Joghurtsauce, Fladenbrot und Tomatensalat oder stopfe sie in eine Pita. Brich eines auf: Innen soll es kräftig grün und feucht sein. Ist es trocken und bröselig, war die Masse zu fein gemixt.
Omas Tipps
- Kein Wasser in die Masse. Wenn der Mixer nicht recht will, ist die Versuchung groß, einen Schluck Wasser zuzugeben. Tu es nicht – die Masse wird dann matschig und die Bällchen zerfallen im Korb. Arbeite lieber in zwei kleineren Portionen.
- Ein Probebällchen zuerst. Gare eines allein fünf Minuten vor. Fällt es auseinander, rühre noch einen Esslöffel Mehl unter; bleibt es zu kompakt, war zu lange gemixt. Das kostet Minuten und rettet die ganze Runde.
- Kräuterstiele mitnehmen. Die zarten oberen Petersilienstiele haben mehr Aroma als die Blätter und dürfen mit in den Mixer. Nur die dicken, holzigen Enden solltest du wegschneiden, die bleiben faserig.
Aufbewahrung & Haltbarkeit
Gegarte Falafel halten sich im Kühlschrank drei Tage. Lass sie erst vollständig auskühlen, dann schichte sie locker in eine Dose und lege ein Blatt Küchenpapier dazwischen, das die Feuchtigkeit aufnimmt. Zum Aufwärmen kommen sie für vier Minuten bei 190 °C zurück in die Heißluftfritteuse; die Kruste wird wieder fast so knusprig wie frisch. Im Kühlschrank verlieren sie etwas von ihrem Kreuzkümmelaroma, deshalb würze die Joghurtsauce am zweiten Tag etwas kräftiger.
Einfrieren geht bei Falafel gut, und zwar am besten roh. Lege die geformten Bällchen auf ein Brett, friere sie zwei Stunden vor und packe sie dann in einen Beutel – so halten sie drei Monate. Sie wandern gefroren in den Korb und brauchen dann 19 statt 15 Minuten. Gegarte Falafel lassen sich zwar auch einfrieren, werden beim Auftauen aber deutlich trockener.
Häufige Fragen
- Kann ich Kichererbsen aus der Dose nehmen?
- Für dieses Rezept leider nicht. Dosenkichererbsen sind bereits gekocht und geben so viel Stärke und Wasser ab, dass die Masse zu Püree wird und die Bällchen im Korb breitlaufen. Getrocknete, eingeweichte Kichererbsen sind die einzige verlässliche Grundlage.
- Muss ich die Falafel unbedingt einölen?
- Ja, sonst bleibt die Oberfläche mehlig hell und schmeckt staubig. Die zwei Esslöffel Olivenöl sind für 16 Stück wenig genug und sorgen erst für die gebräunte Kruste. Ein Ölsprüher verteilt es am sparsamsten.
- Warum erst nach dem Kühlen das Backpulver?
- Backpulver beginnt zu arbeiten, sobald es auf Feuchtigkeit trifft. Rührst du es schon vor der halben Stunde im Kühlschrank unter, ist die Triebkraft verpufft, bevor die Bällchen in den Korb kommen. Frisch untergerührt macht es das Innere locker statt kompakt.

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