Veganes Abendessen mit 400 g Kichererbsen: In 25 Minuten satt, ohne Fleisch!
Es gibt diese Abende, an denen du um halb sieben in die Küche kommst, der Magen knurrt und die Lust auf großes Kochen liegt bei null. Genau für solche Abende habe ich mir diese Pfanne angewöhnt. Ein Glas Kichererbsen steht bei mir immer im Schrank, Paprika und Zwiebel liegen fast immer im Fach, und mehr braucht es nicht. Nach fünfundzwanzig Minuten steht ein Teller auf dem Tisch, der wirklich satt macht — ganz ohne Fleisch, ohne Butter, ohne Sahne aus der Kuh.
Das Besondere daran ist nicht irgendein exotisches Gewürz, sondern die Reihenfolge. Das Tomatenmark wird kurz mitgeröstet, bevor Flüssigkeit dazukommt, und die Kichererbsen dürfen ein paar Minuten in der Soße ziehen, statt nur aufgewärmt zu werden. Dadurch schmeckt die Pfanne nach deutlich mehr Arbeit, als sie macht. Am Ende kommt ein Löffel Hafersahne hinein, die alles zusammenbindet und dem Ganzen eine milde, runde Note gibt.
Zutaten
- 400 g Kichererbsen (Abtropfgewicht, aus dem Glas oder der Dose)
- 1 große Zwiebel
- 2 Knoblauchzehen
- 1 rote Paprika
- 2 EL Olivenöl
- 2 EL Tomatenmark
- 1 TL gemahlener Kreuzkümmel
- 1 TL edelsüßes Paprikapulver
- 1/4 TL Chiliflocken (nach Geschmack)
- 200 ml Gemüsebrühe
- 100 g frischer Blattspinat (ersatzweise 100 g TK-Blattspinat, aufgetaut)
- 4 EL Hafersahne
- 1 TL Zitronensaft
- Salz, schwarzer Pfeffer
- 3 EL gehackte glatte Petersilie
Zubereitung
Schritt 1: Alles schnittfertig machen
Die Zwiebel schälen und in feine Streifen schneiden, den Knoblauch fein hacken. Die Paprika halbieren, die weißen Trennwände und Kerne herauslösen und das Fruchtfleisch in etwa zwei Zentimeter breite Streifen schneiden. Die Kichererbsen in ein Sieb geben, unter kaltem Wasser abbrausen, bis kein Schaum mehr kommt, und gut abtropfen lassen. Das dauert zusammen keine zehn Minuten — und danach geht alles ohne Hektik.
Schritt 2: Zwiebel und Paprika anbraten
Das Olivenöl in einer großen Pfanne bei mittlerer bis hoher Hitze warm werden lassen. Die Zwiebelstreifen hineingeben und drei Minuten braten, bis sie an den Rändern glasig werden und leicht Farbe annehmen. Dann die Paprikastreifen dazugeben und zwei weitere Minuten mitbraten. Die Paprika soll noch Biss haben, aber schon glänzen und leicht weich werden. Zum Schluss den Knoblauch unterrühren und nur dreißig Sekunden mitziehen lassen, sonst wird er bitter.
Schritt 3: Tomatenmark und Gewürze rösten
Jetzt kommt der Schritt, der den Unterschied macht. Das Tomatenmark in die Pfanne geben und eine gute Minute unter Rühren mitrösten, bis es dunkler wird und angenehm duftet. Kreuzkümmel, Paprikapulver und Chiliflocken darüberstreuen und noch zwanzig Sekunden mitrühren. Die Gewürze geben in der Hitze und im Öl viel mehr ab als in reiner Flüssigkeit. Sobald es am Pfannenboden anzusetzen beginnt, gleich weiter zum nächsten Schritt.
Schritt 4: Kichererbsen ziehen lassen
Die 400 g Kichererbsen in die Pfanne geben, die Gemüsebrühe angießen und mit dem Holzlöffel den Bratensatz vom Boden lösen. Alles einmal aufkochen lassen, dann die Hitze reduzieren und sechs bis sieben Minuten offen köcheln lassen. Gelegentlich umrühren. Die Flüssigkeit soll sichtbar einkochen, bis sie die Kichererbsen wie eine dicke, glänzende Soße umhüllt und nicht mehr am Pfannenrand hochschwappt.
Schritt 5: Spinat, Hafersahne, abschmecken
Den Spinat portionsweise dazugeben und unterheben — er fällt innerhalb einer Minute deutlich zusammen. Dann die Hafersahne einrühren und die Pfanne noch eine Minute ziehen lassen, ohne sie sprudelnd kochen zu lassen. Zum Schluss den Zitronensaft dazugeben und kräftig mit Salz und Pfeffer abschmecken; Kichererbsen vertragen mehr Salz, als man denkt. Mit der Petersilie bestreuen und sofort servieren.
Omas Tipps
- Ein paar Kichererbsen zerdrücken. Drücke gegen Ende mit dem Löffelrücken etwa zwei Esslöffel der Kichererbsen am Pfannenrand platt. Die austretende Stärke bindet die Soße cremig, ohne dass du Mehl oder mehr Hafersahne brauchst. Das ist der einfachste Trick für Sämigkeit in dieser Pfanne.
- Das Kichererbsenwasser nicht mitverwenden. Viele lassen die Erbsen nur kurz abtropfen. Die trübe Lagerflüssigkeit schmeckt aber leicht metallisch und schäumt in der heißen Pfanne. Kurz unter fließendem Wasser spülen kostet zwanzig Sekunden und macht die Soße deutlich klarer im Geschmack.
- Brühe erst gegen Ende nachsalzen. Weil die Flüssigkeit hier stark einkocht, konzentriert sich das Salz aus der Brühe. Salze deshalb erst nach der Hafersahne — sonst ist der Teller schnell zu kräftig und du kannst nur noch mit mehr Sahne gegensteuern.
Aufbewahrung & Haltbarkeit
Die Kichererbsenpfanne hält sich abgedeckt im Kühlschrank 3 Tage. Fülle sie in eine flache Schüssel um, lass sie offen auf Zimmertemperatur abkühlen und decke sie erst dann mit einem Deckel oder einem Teller ab — so bildet sich weniger Kondenswasser, das die Soße verwässert. Zum Aufwärmen gibst du zwei Esslöffel Wasser dazu und erhitzt alles bei mittlerer Hitze in der Pfanne, nicht bei voller Flamme.
Einfrieren funktioniert, allerdings mit einem kleinen Abstrich: Die Kichererbsen werden nach dem Auftauen etwas mehliger und der Spinat verliert seine Struktur. In gut verschlossenen Portionsdosen bleibt die Pfanne 2 Monate haltbar. Wenn du planst einzufrieren, lass den Spinat und die Hafersahne weg und rühre beides erst nach dem Auftauen frisch ein — dann schmeckt der zweite Teller fast wie der erste.
Häufige Fragen
- Kann ich getrocknete Kichererbsen nehmen?
- Ja, aber dann stimmt die Zeit von 25 Minuten nicht mehr, weil Einweichen und Kochen dazukommen. Rechne mit etwa 150 g getrockneten Kichererbsen, die über Nacht eingeweicht und anschließend rund 50 Minuten weich gekocht werden — das ergibt ungefähr die 400 g aus dem Rezept. Für den schnellen Abend bleibe ich beim Glas.
- Womit kann ich die Hafersahne ersetzen?
- Sojasahne oder Sahne auf Mandelbasis funktionieren genauso, sie sind nur etwas dünner beziehungsweise leicht süßlicher. Auch 3 EL Sojajoghurt gehen, dann aber unbedingt die Hitze vorher wegnehmen und den Joghurt nur unterrühren, sonst flockt er in der sauren Tomatensoße aus.
- Was passt als Beilage dazu?
- Am liebsten reiche ich kräftiges Bauernbrot dazu, mit dem sich die Soße vom Teller wischen lässt. Wer es sättigender mag, kocht Reis oder Couscous — Couscous braucht nur fünf Minuten Quellzeit und passt damit noch in die Garzeit der Pfanne. Für zwei Personen reichen 120 g trockener Reis oder Couscous.

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