Omas Küche – einfache Rezepte, Schritt für Schritt erklärt

Rezepte der Oma
Kartoffelgerichte

Schupfnudeln aus 500 g Kartoffeln: Omas Original in der Pfanne!

Schupfnudeln aus 500 g Kartoffeln: Omas Original in der Pfanne!
Portionen 2 als Hauptgericht, 4 als Beilage
Vorbereitung 25 Minuten
Garzeit 15 Minuten
Gesamt 40 Minuten

Wenn vom Sonntagsessen Kartoffeln übrig bleiben, wandern sie bei mir nie in den Müll. Am nächsten Tag stehen sie kalt und fest in der Schüssel, und genau dann sind sie perfekt für Schupfnudeln. Meine Mutter hat sie immer am Montag gemacht, wenn wenig Geld und wenig Zeit da waren, und trotzdem roch die ganze Küche nach Butter und gebräunten Kartoffeln.

Das Schöne daran: Du brauchst genau 500 g Kartoffeln, ein Ei, etwas Mehl und eine Prise Muskat. Kein Formen mit Geräten, keine Maschine, nur deine Hände und ein bekrümeltes Brett. Die kleinen Rollen werden in der Pfanne außen goldbraun und knusprig, innen bleiben sie weich. Wer sie einmal selbst gerollt hat, kauft sie nicht mehr im Kühlregal.

Zutaten

  • 500 g mehligkochende Kartoffeln, am Vortag gekocht und ausgekühlt
  • 1 Ei (Größe M)
  • 120 g Mehl (Type 405), plus etwas zum Arbeiten
  • 1 gestrichener TL Salz
  • 1 gute Prise frisch geriebene Muskatnuss
  • 40 g Butter zum Braten
  • 1 EL neutrales Öl
  • 2 EL glatte Petersilie, fein gehackt

Zubereitung

Schritt 1: Kartoffeln pressen

Die 500 g kalten Kartoffeln schälen und durch die Kartoffelpresse in eine weite Schüssel drücken. Kalte Kartoffeln sind wichtig: Sie haben weniger Feuchtigkeit gebunden, und der Teig braucht dadurch deutlich weniger Mehl. Die Masse locker auseinanderziehen, damit sie abdampfen kann, und nicht zusammendrücken. Sie soll flaumig aussehen wie grober Schnee, nicht wie Püree.

Schritt 2: Teig anrühren

Ei, Salz und Muskat über die Kartoffeln geben, dann das Mehl darüberstäuben. Alles mit den Händen nur so lange zusammenführen, bis ein glatter, leicht klebriger Teig entsteht. Knete nicht länger als eine halbe Minute, sonst wird die Stärke zäh und die Schupfnudeln bekommen eine gummiartige Konsistenz. Den Teig zugedeckt 10 Minuten ruhen lassen.

Schritt 3: Nudeln rollen

Vom Teig walnussgroße Stücke abnehmen und auf der bemehlten Arbeitsfläche mit flacher Hand zu etwa 6 cm langen Rollen drehen, die in der Mitte dicker sind und an den Enden spitz zulaufen. Lege sie nebeneinander auf ein bemehltes Brett, ohne dass sie sich berühren. Aus dieser Menge werden ungefähr 30 Stück.

Schritt 4: Kurz ziehen lassen

Einen weiten Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen, dann die Hitze zurücknehmen, bis das Wasser nur noch leicht zittert. Die Schupfnudeln portionsweise hineingeben und ziehen lassen, bis sie nach etwa zwei Minuten an der Oberfläche schwimmen. Mit der Schaumkelle herausheben und kurz abtropfen lassen.

Schritt 5: Goldbraun braten

Butter und Öl in einer großen Pfanne erhitzen, bis die Butter schäumt und leicht nussig riecht. Die Schupfnudeln in einer Lage hineinlegen und bei mittlerer Hitze etwa 4 Minuten braten, ohne sie zu bewegen. Erst wenn die Unterseite goldbraun ist, wenden und die zweite Seite bräunen. Zum Schluss die Petersilie unterschwenken und sofort servieren.

Omas Tipps

  • Kartoffeln vom Vortag sind Pflicht. Frisch gekochte, warme Kartoffeln geben beim Pressen viel Dampf ab und saugen Mehl wie ein Schwamm. Du brauchst dann fast die doppelte Menge, und die Schupfnudeln werden schwer statt zart.
  • Erst eine Probenudel kochen. Rolle eine einzelne Nudel und lass sie im Wasser ziehen. Zerfällt sie, arbeite einen weiteren Esslöffel Mehl ein. So rettest du den ganzen Teig, statt dreißig Nudeln im Topf zu verlieren.
  • Die Pfanne nicht überfüllen. Liegen die Schupfnudeln übereinander, dämpfen sie sich gegenseitig weich. Brate lieber in zwei Durchgängen und halte den ersten im Backofen bei 80 °C warm.

Varianten

  • Süß mit Zimt und Zucker. Brate die Schupfnudeln in Butter goldbraun und wende sie danach in Zimtzucker. Dazu Apfelmus – bei uns war das früher das ganze Mittagessen.
  • Mit Sauerkraut. Gib in den letzten Minuten 300 g abgetropftes Sauerkraut mit in die Pfanne. Die Säure passt zur gebräunten Butter und macht aus der Beilage ein Hauptgericht.
  • Mit Kürbis. Ersetze 150 g der Kartoffeln durch gebackenen Hokkaido. Der Teig wird etwas weicher, du brauchst dann 20 g Mehl mehr, und die Nudeln bekommen eine orange Farbe.

Aufbewahrung & Haltbarkeit

Gebratene Schupfnudeln halten sich abgedeckt im Kühlschrank 2 bis 3 Tage. Lege sie flach in eine Dose und decke sie mit einem Deckel ab, nicht mit Folie direkt auf der Oberfläche, sonst weichen sie durch. Zum Aufwärmen kommen sie ohne zusätzliches Fett in die heiße Pfanne und werden wieder knusprig.

Einfrieren geht gut, aber nur im gekochten, noch nicht gebratenen Zustand. Die abgetropften Nudeln auf einem Blech vorfrieren, dann in einen Beutel füllen; sie halten drei Monate. Gefroren direkt in die Butter geben und etwas länger braten, denn aufgetaut kleben sie zusammen.

Häufige Fragen

Kann ich festkochende Kartoffeln nehmen?
Möglich ist es, aber der Teig wird feuchter und glasiger. Festkochende Sorten enthalten mehr Wasser und weniger Stärke, du brauchst dann etwa 20 g Mehl mehr. Mehligkochende Sorten wie Adretta oder Bintje geben das lockerste Ergebnis.
Warum zerfallen meine Schupfnudeln im Wasser?
Fast immer kocht das Wasser zu stark. Die Nudeln sollen nur ziehen, bei sprudelnder Hitze reißt die weiche Oberfläche auf. Der zweite Grund ist zu wenig Mehl im Teig, was du mit der Probenudel vorher klärst.
Was passt dazu auf den Teller?
Klassisch kommt Sauerkraut dazu, das mit der gebräunten Butter wunderbar zusammenspielt. Auch gebratener Speck, ein Klecks Senfsoße oder schlicht ein grüner Salat mit Essig passen. Als Beilage machen sie sich neben Gulasch besonders gut.
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