Schwarzwälder Kirschtorte mit 2 Gläser Sauerkirschen vom Blech
Heute backen wir die Schwarzwälder Kirschtorte einmal anders: vom Blech, mit 2 Gläser Sauerkirschen. Ich führe dich Schritt für Schritt durch Biskuit, Kirschfüllung, Sahne und das Zusammensetzen — mit allen Temperaturen und Zeiten, die du brauchst. Und ich sage dir immer dazu, woran du siehst, ob Farbe, Biss und Aroma stimmen, damit dir die Torte sicher gelingt.
Darum mag ich dieses Rezept
Vom Blech hat die Torte einige Vorteile: Der Biskuit backt gleichmäßig, das Schichten ist einfacher, und es kann viel weniger schiefgehen als beim Ausstechen. Du bekommst einen luftigen, feinporigen Biskuit, eine fruchtig-säuerliche Kirschschicht und eine feste, aber geschmeidige Sahne. Die Säure der Sauerkirschen gleicht die süße Sahne schön aus, und das Kirschwasser hebt das Aroma. Worauf es ankommt: dass die Sahne gut hält und der Biskuit schön saftig wird — beides zeige ich dir.
Zutaten
Für das Gericht:
- Für den Biskuit (Blech 30 x 40 cm): 6 Eier (ca. 330 g), 200 g Zucker, 150 g Weizenmehl Type 405, 30 g Backkakao, 1 Prise Salz, 80 g Butter (geschmolzen)
- Für die Kirschschicht: 2 Gläser Sauerkirschen (je 370 g Glas, Abtropfgewicht je ca. 240 g; insgesamt ca. 480 g Abtropfgewicht), 80 g Zucker, 20 g Speisestärke, Saft einer halben Zitrone, 40 ml Kirschwasser
- Für die Creme: 800 ml Schlagsahne (35 %), 60 g Puderzucker, 12 g Sahnesteif oder 4 Blatt Gelatine (alternativ), 1 Vanilleschote (Mark)
- Sirup: 120 ml Kirschsaft aus den Gläsern, 40 ml Wasser, 30 g Zucker, optional 20–40 ml Kirschwasser
- Zum Dekorieren: 50 g Zartbitterschokolade (geraspelt), einige ganze Kirschen aus den Gläsern
Für die Sauce
- Du brauchst keine extra Sauce; der Kirschsaft wird zum Sirup. Wenn du magst, reich Vanillesauce oder einen Espresso dazu.
So bereite ich es zu

Schritt 1:
Ich heize den Ofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vor und lege ein Backblech 30 x 40 cm mit Backpapier aus. Für den Biskuit musst du die Eier nicht trennen: Ich schlage 6 Eier mit 200 g Zucker in der Küchenmaschine 8–10 Minuten, bis die Masse dick, hell und schaumig ist — sie soll wie ein Band vom Rührer fallen, das nur langsam wieder zusammenläuft. Mehl und 30 g Kakao darübersieben und vorsichtig unterheben. Zum Schluss rühre ich 80 g geschmolzene, abgekühlte Butter ein, damit die Krume schön geschmeidig bleibt.
Schritt 2:
Ich verteile den Teig gleichmäßig auf dem Blech und backe ihn 35 Minuten bei 180 °C. Der Biskuit ist fertig, wenn die Oberfläche zurückspringt, wenn du leicht mit dem Finger daraufdrückst, und ein Holzspieß aus der Mitte mit nur wenigen feuchten Krümeln herauskommt. Und schau lieber durchs Ofenfenster — mach die Tür nicht unnötig auf, sonst sackt dir der Biskuit zusammen.
Schritt 3:
Während der Biskuit backt, koche ich die abgetropften Kirschen mit 80 g Zucker und dem Zitronensaft auf und gebe 20 g in Wasser angerührte Speisestärke dazu. Lass die Mischung kurz aufkochen, bis sie glänzt und andickt; die Farbe wird dabei richtig schön rubinrot. Dann abschmecken: Wenn du magst, mit 30–40 ml Kirschwasser verfeinern, und alles ganz abkühlen lassen.
Schritt 4:
Für den Sirup nehme ich Kirschsaft, Wasser und Zucker: 120 ml Saft, 40 ml Wasser und 30 g Zucker auf 60–70 °C erwärmen, bis sich der Zucker gelöst hat; wenn du magst, rühr 20–40 ml Kirschwasser ein. Den ausgekühlten Biskuit legst du auf das Backpapier und tränkst ihn großflächig mit dem Sirup — er soll überall gleichmäßig feucht sein, aber nicht matschig.
Schritt 5:
Ich schlage 800 ml Sahne mit 60 g Puderzucker, dem Vanillemark und 12 g Sahnesteif steif, bis sie weiche Spitzen zieht — nicht zu lange, sonst wird Butter daraus. Schneide den Biskuit in zwei bis drei gleich hohe Streifen (oder teil ihn einmal quer), verteil die Kirschmasse darauf, schichte mit der Sahne und setz die Lagen wieder aufeinander. Stell die Torte 4 Stunden kalt, damit die Sahne fest wird und alles gut durchziehen kann. Vor dem Servieren mit geraspelter Zartbitterschokolade bestreuen und mit ganzen Kirschen verzieren.
Kleine Kniffe
- Für einen gleichmäßigen Biskuit: Nimm Eier mit Raumtemperatur und lass dir beim Aufschlagen Zeit — die 8–10 Minuten bei hoher Geschwindigkeit sind wichtig.
- Damit die Sahne hält: 12 g Sahnesteif auf 800 ml Sahne, oder Gelatine (4 Blatt, eingeweicht und aufgelöst), wenn die Torte länger stehen soll.
- Tränk den Biskuit nach und nach mit dem Sirup und schau zwischendurch hin: Er soll glänzen, aber nicht tropfen.
- Prüf deinen Ofen mit einem Ofenthermometer; 180 °C ist der Richtwert — weicht dein Ofen ab, gleich das mit ±5–10 °C und etwas mehr oder weniger Zeit aus.
Zutaten austauschen
- Mehl: Für eine glutenfreie Variante nimm ein 1:1-Ersatzmehl mit Bindemittel (z. B. 1–2 g Xanthan); der Biskuit wird etwas krümeliger.
- Sahne: Laktosefreie Schlagsahne geht auch; sie wird meist nicht ganz so fest, nimm also auf jeden Fall Sahnesteif dazu.
- Butter ersetzen: Mit Öl geht es auch — nimm ca. ¾ der Menge, also für 80 g Butter = 60 g neutrales Öl; etwas Butteraroma geht dabei verloren.
- Kirschwasser weglassen: Nimm stattdessen mehr Kirschsaft; das Aroma wird dann etwas schlichter.
So kannst du abwandeln
- Schichtweise: Schneide aus dem Blech zwei runde Böden, dann hast du die klassische Tortenform.
- Schokoladenmousse dazwischen: Eine dünne Schicht Schokoladenmousse zwischen Biskuit und Kirschen macht die Torte noch üppiger.
- Haselnuss-Biskuit: Ersetz 30 g Mehl durch fein gemahlene Haselnüsse; das schmeckt nussig und macht die Krume dichter.
- Mini-Portionen: In 8–10 kleinen Törtchen (Förmchen 10 cm Durchmesser) hast du hübsche Einzelportionen.
- Wenn du experimentieren magst: eingelegte Kirschen mit Balsamico-Reduktion und Mascarpone-Creme — eine moderne Abwandlung.
Das werde ich oft gefragt
- Wie weit kann ich vorarbeiten?
- Ja, das geht gut. Setz die Torte zusammen und stell sie mindestens 4 Stunden kalt, am besten über Nacht. Gut gekühlt bleibt sie 48 Stunden schön.
- Kann ich einfach alles verdoppeln?
- Ja, das geht. Achte nur auf ausreichend große Bleche oder nimm mehrere; die Backzeit kann sich etwas verlängern, schau also lieber nach dem Biskuit als nur auf die Uhr.
- Butter oder Öl – was ist besser?
- Öl geht auch, aber es fehlt dann etwas vom Butteraroma. Nimm etwa ¾ der Menge und wähl ein neutrales Öl.
- Woran sehe ich, dass es gar ist?
- Der Biskuit ist fertig, wenn die Oberfläche beim Draufdrücken zurückspringt, ein Holzstäbchen mit nur wenigen feuchten Krümeln herauskommt und sich die Ränder leicht vom Blech lösen.
- Was kann ich ersetzen, wenn etwas fehlt?
- Statt frischer Sahne kannst du laktosefreie Sahne nehmen. Fehlt das Kirschwasser, wird die Torte etwas süßer — säuere den Sirup dann mit einem Spritzer Zitronensaft.
Wozu ich es reiche
Ich schneide die Stücke mit einem Messer, das ich kurz in heißes Wasser tauche — so werden die Schnitte schön sauber. Serviert wird die Torte gekühlt, auf einer schlichten, weißen Platte. Dazu passen ein Espresso oder ein trockener Spätburgunder. Für besondere Anlässe streue ich Schokoraspeln darüber und setze auf jedes Stück eine einzelne ganze Kirsche.
Aufbewahren und Aufwärmen
- Aufbewahrung: Gekühlt bei ≤ 6 °C, höchstens 48 Stunden. Sahnetorten friere ich nicht ein — die Sahne wird sonst grieselig.
- Zur Sicherheit: Wenn du Gelatine nimmst, achte darauf, dass sie sich ganz auflöst; und alles mit Sahne gehört immer in den Kühlschrank.
Schreibe einen Kommentar