Geschmortes Kohleintopf-Geheimnis
Diesen Topf koche ich, wenn ein ganzer Weißkohlkopf in der Speisekammer liegt und weg muss. Ein Kilo klingt nach viel, fällt beim Schmoren aber auf ein Drittel zusammen. Wichtig ist mir, dass der Kohl vor dem Ablöschen mit angebraten wird — dann schmeckt er nussig statt nach gekochtem Kohl. Dazu gibt es bei mir Salzkartoffeln, sonst nichts.
Zutaten
- 500 g Rinderhackfleisch
- 1 Zwiebel
- 2 Zehen Knoblauch
- 1 kg Weißkohl
- ca. 3 EL Tomatenmark (alternativ Tomatenketchup)
- Salz
- schwarzer Pfeffer
- etwas Saucenbinder
- ca. 1 Liter Wasser
Zubereitung

Schritt 1: Vorbereitung der Zutaten
Fang mit den Zutaten an: Schäl die Zwiebel und schneide sie in kleine Würfel. Schäl den Knoblauch und press ihn durch die Knoblauchpresse oder hack ihn fein. Nimm die äußeren Blätter vom Weißkohl ab, schneide ihn in Viertel, schneide den Strunk heraus und den Kohl in grobe Würfel.
Schritt 2: Anbraten des Hackfleischs
Erhitz eine große, tiefe Pfanne oder einen Bräter bei mittlerer bis hoher Hitze. Gib das Rinderhackfleisch hinein und brate es kräftig an. Zerteil es dabei mit dem Kochlöffel, damit es krümelig wird und keine großen Klumpen bleiben.
Schritt 3: Hinzufügen von Zwiebeln und Knoblauch
Gib die gewürfelten Zwiebeln und den gepressten Knoblauch zum Hackfleisch. Brate alles weiter, bis das Fleisch schön braun und die Zwiebeln goldbraun und weich sind.
Schritt 4: Hinzufügen des Kohls
Gib die grob gewürfelten Weißkohlstücke zum Hackfleisch in die Pfanne. Brate den Kohl unter gelegentlichem Rühren mit, bis er leicht gebräunt ist. Davon lebt der herzhafte Geschmack.
Schritt 5: Tomatenmark und Wasser hinzufügen
Rühr etwa 3 Esslöffel Tomatenmark unter, Tomatenketchup geht auch. Brate es kurz mit, dann kommt sein Geschmack besser durch. Gieß ca. 1 Liter Wasser in die Pfanne, sodass alles gut bedeckt ist, und würze kräftig mit Salz und schwarzem Pfeffer.
Schritt 6: Köcheln lassen
Setz den Deckel auf die Pfanne oder den Bräter und lass alles bei niedriger bis mittlerer Hitze etwa 30 Minuten köcheln. Rühr zwischendurch um, damit nichts anbrennt und der Kohl gleichmäßig gar wird.
Schritt 7: Finale Anpassungen
Danach ist der Kohl weich und das Hackfleisch durch. Ist die Sauce noch zu dünn, rühr etwas Saucenbinder ein und lass alles noch ein paar Minuten weiterköcheln, bis sie sämig ist. Schmeck zum Schluss noch einmal ab und bring den Topf heiß auf den Tisch. Salzkartoffeln passen am besten dazu.
Der Kniff, der den Unterschied macht
Gib den Liter Wasser nicht auf einmal dazu, sondern erst einen halben — der Kohl zieht selbst Wasser. Sonst wird aus dem Eintopf eine Suppe und du brauchst viel Saucenbinder. Und brate das Tomatenmark eine gute Minute mit, bis es dunkler wird und leicht am Boden ansetzt; das gibt die Tiefe, die dem Gericht sonst fehlt.
Varianten
- Mit Schweinehack statt Rinderhack wird der Topf milder; halb und halb mag ich am liebsten.
- Ohne Fleisch: 250 g braune Linsen mitkochen und die Schmorzeit auf 40 Minuten verlängern.
- Ein Teelöffel Kümmel und ein Lorbeerblatt beim Ablöschen machen daraus ein deftiges Wintergericht.
Aufbewahrung
Im Kühlschrank hält der Eintopf in einer verschlossenen Dose drei Tage und schmeckt am zweiten Tag kräftiger. Zum Aufwärmen bei mittlerer Hitze im Topf langsam heiß werden lassen und einen Schluck Wasser dazugeben. Eingefroren bleibt er drei Monate gut; am Vorabend in den Kühlschrank stellen, dann erwärmen.
Fragen aus meiner Küche
- Kann ich Spitzkohl statt Weißkohl nehmen?
- Ja, dann verkürzt sich die Schmorzeit deutlich. Spitzkohl ist zarter und braucht nach dem Ablöschen nur 15 Minuten, sonst zerfällt er. Nimm auch weniger Wasser, etwa 700 ml reichen.
- Womit binde ich die Sauce ohne Saucenbinder?
- Rühr einen gehäuften Esslöffel Mehl mit kaltem Wasser glatt, gieß das unter Rühren ein und lass alles fünf Minuten kochen. Auch eine mehlig kochende Kartoffel, mitgeschmort und zerdrückt, bindet gut.
- Muss der Kohl vorher blanchiert werden?
- Nein. Er kommt roh in die Pfanne und wird angebraten. Blanchieren würde das Aroma ins Wasser ziehen, und nach den 30 Minuten Schmoren wäre der Kohl zu weich.
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