Raffaello-Blechkuchen mit Vanillecreme: Blitzschnell und unwiderstehlich!
Es gibt Tage, da klingelt das Telefon und eine Tochter sagt: „Wir kommen am Nachmittag vorbei.“ Dann bleiben mir zwei Stunden, und ich brauche etwas, das satt macht, gut aussieht und nicht dauernd Aufmerksamkeit verlangt. Dieser Raffaello-Blechkuchen ist genau so ein Kuchen. Ein lockerer Rührteig, der auf dem halben Blech in zwanzig Minuten durch ist, darauf eine helle Vanillecreme und zum Schluss so viel Kokosraspel, dass der ganze Kuchen aussieht wie frisch eingeschneit.
Das Schöne daran: Es steckt keine einzige heikle Technik drin. Keine Biskuitrolle, die reisst, kein Baiser, das zusammenfällt. Die Creme wird mit Pudding und weicher Butter aufgeschlagen, das gelingt auch, wenn du zwischendurch dreimal unterbrochen wirst. Und weil der Boden dünn ist, kühlt er schnell ab – du musst also nicht eine halbe Ewigkeit warten, bis du streichen kannst.
Zutaten
- 4 Eier (Gr. M), zimmerwarm
- 180 g Zucker
- 1 Päckchen Vanillezucker
- 120 ml neutrales Öl
- 120 ml Milch
- 250 g Mehl (Type 405)
- 1 Päckchen Backpulver
- 1 Prise Salz
- 60 g Kokosraspel für den Teig
- 500 ml Milch für die Creme
- 1 Päckchen Vanillepuddingpulver (für 500 ml)
- 60 g Zucker für die Creme
- 250 g weiche Butter
- 100 g Kokosraspel zum Bestreuen
- 16 Kokos-Mandel-Kugeln (Raffaello)
Zubereitung
Schritt 1: Den Pudding vorkochen
Fang mit der Creme an, dann hat sie Zeit zum Abkühlen. Rühre das Puddingpulver mit dem Zucker und etwa 6 Esslöffeln der kalten Milch glatt. Bring die restliche Milch zum Kochen, nimm den Topf vom Herd, rühre das angerührte Pulver zügig ein und lass alles unter Rühren eine Minute sprudelnd kochen. Fülle den Pudding in eine flache Schüssel, lege Frischhaltefolie direkt auf die Oberfläche – so bildet sich keine Haut – und stell ihn beiseite.
Schritt 2: Den Teig anrühren
Heize den Backofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vor und lege das Blech mit Backpapier aus. Schlage die Eier mit Zucker und Vanillezucker etwa vier Minuten hell und dick auf, bis die Masse deutlich an Volumen gewonnen hat. Giesse Öl und Milch in dünnem Strahl dazu. Mische Mehl, Backpulver und Salz, siebe alles darüber und hebe es zusammen mit den 60 g Kokosraspeln nur so lange unter, bis keine Mehlnester mehr zu sehen sind.
Schritt 3: Backen
Streiche den Teig gleichmässig auf dem Blech glatt; er ist recht dünn, das gehört so. Backe ihn 20 Minuten auf der mittleren Schiene. Der Boden ist fertig, wenn die Oberfläche hellgoldbraun ist und an einem Holzstäbchen in der Mitte nichts Feuchtes mehr hängen bleibt. Zieh den Kuchen mit dem Backpapier vom Blech auf ein Gitter und lass ihn vollständig auskühlen – lauwarm reicht nicht, sonst schmilzt dir die Buttercreme weg.
Schritt 4: Die Vanillecreme aufschlagen
Schlage die weiche Butter mindestens drei Minuten sehr cremig und fast weiss auf. Rühre den abgekühlten Pudding mit dem Löffel kurz glatt und gib ihn dann esslöffelweise zur Butter, immer erst den nächsten Löffel, wenn der vorige eingearbeitet ist. Beide Massen müssen dieselbe Temperatur haben, sonst gerinnt die Creme. Sollte sie doch flockig aussehen, stell die Schüssel zwei Minuten in warmes Wasser und schlag weiter.
Schritt 5: Schichten und bestreuen
Streiche die Creme in dicken Wellen auf den kalten Boden, bis zum Rand hin. Streue die 100 g Kokosraspel grosszügig darüber, sodass keine Creme mehr durchschaut, und drücke sie mit der flachen Hand ganz leicht an. Setze die 16 Kokoskugeln im Raster auf – je eine pro späterem Stück, dann weiss jeder sofort, wie gross geschnitten wird.
Schritt 6: Durchziehen lassen
Stell den Kuchen mindestens 2 Stunden kalt. Die Creme wird fest, die Kokosraspel ziehen etwas Feuchtigkeit und werden zart. Zum Schneiden nimmst du ein grosses Messer, tauchst es in heisses Wasser und wischst es nach jedem Schnitt ab – dann bleiben die Ränder sauber.
Omas Tipps
- Kokosraspel vorher rösten. Wenn du die 100 g zum Bestreuen in einer trockenen Pfanne bei mittlerer Hitze drei Minuten hellbraun röstest und abkühlen lässt, wird der Geschmack viel runder. Rühre dabei ständig, Kokos verbrennt in Sekunden.
- Pudding und Butter auf Augenhöhe. Der häufigste Fehler bei dieser Creme ist kalter Pudding aus dem Kühlschrank. Lass ihn lieber bei Zimmertemperatur abkühlen und rühre ihn zwischendurch einmal um, dann verbinden sich beide Massen ohne Flocken.
- Kugeln erst kurz vor dem Servieren setzen. Die Kokos-Mandel-Kugeln haben eine dünne Waffelhülle, die im Kühlschrank nach einem Tag weich wird. Steht der Kuchen länger, legst du sie einfach erst vor dem Auftragen auf den Tisch auf.
Aufbewahrung & Haltbarkeit
Im Kühlschrank hält sich der Blechkuchen 3 Tage. Deck ihn locker mit einer umgedrehten grossen Schüssel oder einer Haube ab, keine Folie direkt auf die Kokosschicht – sie würde die Raspel ankleben und die schöne Streuoberfläche ruinieren. Nimm die Stücke 20 Minuten vor dem Essen heraus, die Buttercreme schmeckt kühlschrankkalt viel flacher.
Einfrieren geht, allerdings nur der Boden. Friere ihn in Stücken geschnitten und einzeln in Folie gewickelt bis zu 3 Monate ein und streiche die Creme erst nach dem Auftauen auf. Die fertige Buttercreme trennt sich beim Auftauen gern und wird körnig, und die Kokoskugeln werden matschig – das lohnt sich nicht.
Häufige Fragen
- Kann ich statt Buttercreme einfach Sahne nehmen?
- Ja, schlage 500 g Sahne mit zwei Päckchen Sahnesteif und zwei Esslöffeln Zucker steif und hebe 200 g abgekühlten Vanillepudding unter. Diese Variante ist leichter, hält aber nur einen Tag und lässt sich weniger sauber schneiden.
- Mein Boden ist trocken geworden – woran liegt das?
- Meist an fünf Minuten zu viel im Ofen, denn bei dieser dünnen Teigschicht macht das viel aus. Prüfe schon nach 18 Minuten. Ist es passiert, bepinsle den ausgekühlten Boden mit 4 Esslöffeln Milch, bevor du die Creme aufstreichst.
- Reicht das halbe Blech wirklich für 16 Stücke?
- Ja, weil der Kuchen durch Creme und Kokos sehr gehaltvoll ist – Stücke von etwa 7 x 10 cm sind genau richtig. Für eine grössere Runde verdoppelst du alle Mengen und backst auf dem ganzen Blech, dann brauchst du rund 25 Minuten Backzeit.

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