Kirschkuchen aus Ungarn mit 350 g Speisequark
Dieser Kirschkuchen nach ungarischer Art gehört bei uns zu den Lieblingen: säuerliche Kirschen und cremiger Quark in einem feinen, leicht feuchten Teig. Er schmeckt als Nachtisch genauso gut wie am Nachmittag zum Tee oder Kaffee. Ich zeige dir, worauf du achten musst, damit er schön locker und luftig bleibt.
Was dieses Rezept besonders macht
Die feine, lockere Krume und die cremige Quarknote passen einfach wunderbar zusammen. Die Kirschen bringen mit ihrer Säure Frische in den milden Speisequark (350 g), und obendrauf bildet sich eine zarte, goldene Kruste. Wichtig ist nur, dass du die Früchte behutsam unterhebst und den Teig nicht zu lange rührst – dann sackt nichts zusammen, und die Kirschen laufen nicht aus.
Zutaten
Für das Gericht:
- 350 g Speisequark (20 % Fett empfohlen)
- 250 g Süßkirschen entsteint (frisch oder aufgetaut und abgetropft)
- 200 g Weizenmehl (Type 405)
- 100 g Speisestärke oder Maizena
- 150 g Zucker (fein kristallisiert)
- 3 Eier (Größe M)
- 120 g weiche Butter
- 1 Päckchen Backpulver (ca. 15 g)
- 1 Prise Salz
- 1 Bio-Zitrone (Abrieb)
- 1 TL Vanilleextrakt oder das Mark einer Vanilleschote
- Butter und Mehl für die Form oder Backpapier
- Wenn du magst: 20 ml Amaretto oder Kirschwasser für das Aroma
Für die Sauce
- Eine Sauce brauchst du nicht; wenn du magst, gib einen Klecks ungesüßten Joghurt oder leicht geschlagene Sahne dazu.
So bereite ich es zu

Schritt 1:
Heiz den Ofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vor. Fette eine Springform von 26 cm Durchmesser mit Butter ein und stäube sie leicht mit Mehl aus – oder leg sie mit Backpapier aus. So bräunt der Kuchen gleichmäßig und klebt nachher nicht fest.
Schritt 2:
Schlag die weiche Butter (120 g) mit 150 g Zucker cremig, bis die Masse hell und luftig ist – das dauert ca. 3–4 Minuten mit dem Handrührgerät. Gib die 3 Eier nacheinander dazu und rühr nach jedem kurz durch. Die Masse soll leicht dicklich sein und glänzen; wenn nicht, rühr einfach noch 30–60 Sekunden weiter.
Schritt 3:
Misch 200 g Mehl, 100 g Speisestärke, 1 Päckchen Backpulver und eine Prise Salz und sieb alles durch. Heb die Mischung dann abwechselnd mit dem 350 g Speisequark und dem Abrieb der Bio-Zitrone behutsam unter die Butter-Ei-Masse. Rühr nur so lange, bis kein Mehl mehr zu sehen ist – dann bleibt die Krume schön fein.
Schritt 4:
Heb die entsteinten 250 g Kirschen mit einem Löffel vorsichtig unter den Teig – oder verteil sie oben auf dem Teig, ganz wie du magst. Nimmst du gefrorene Kirschen, lass sie gut abtropfen und wende sie in 1 EL Speisestärke, damit sie den Teig nicht durchweichen. Füll den Teig in die vorbereitete Form und streich die Oberfläche glatt.
Schritt 5:
Back den Kuchen bei 180 °C etwa 55 Minuten. Er ist fertig, wenn die Oberfläche goldbraun ist, die Kruste beim Draufdrücken leicht zurückfedert und am Holzspieß, den du in die Mitte steckst, nur noch ein paar feuchte Krümel hängen – kein nasser Teig. Lass ihn 15 Minuten in der Form ruhen, lös ihn dann vorsichtig heraus und lass ihn auf einem Gitter ganz auskühlen – so wird der Boden nicht feucht. Wer mag, gibt zum Schluss etwas Puderzucker oder einen Zitronenguss darüber.
Worauf es ankommt
- Nimm Ober-/Unterhitze 180 °C, nicht Umluft – so wird die Kruste schön gleichmäßig.
- Sind die Kirschen sehr saftig, wende sie vorher in 1 EL Speisestärke, dann bluten sie nicht aus.
- Magst du den Kuchen kompakter, nimm nur die Hälfte vom Backpulver; magst du ihn lockerer, gib ihm 5–8 Minuten mehr im Ofen und schau zwischendurch nach ihm.
- Bestreich den noch leicht warmen Kuchen mit Zitronenguss (Puderzucker und Zitronensaft) – das macht ihn herrlich frisch.
Alternativen
- Statt Speisequark geht auch Mascarpone (350 g); der Kuchen wird dann dichter, cremiger und deutlich reichhaltiger.
- Für eine leichtere Version ersetz die Hälfte der Butter durch Naturjoghurt – er schmeckt dann etwas weniger buttrig und wird einen Tick feuchter.
- Bei Laktoseintoleranz: laktosefreier Quark und laktosefreie Butter – da merkt man kaum einen Unterschied.
- Glutenfrei: Nimm eine 1:1-Glutenfrei-Mehlmischung und geh mit der Speisestärke auf 70 g herunter; back ihn +5–8 Minuten länger und prüf mit dem Stäbchen.
Varianten
- Mit Marzipan: Reib Marzipanmasse (50 g) fein in den Teig – das gibt eine feine Mandelnote.
- Zitronen-Kirsch: Mehr Zitronenschale und ein leichter Zitronenguss machen ihn noch frischer.
- Nussboden: Streu gehackte Haselnüsse auf den Boden und back ihn 5 Minuten vor – das knuspert schön.
- Mit Frangipane: Eine dünne Mandelcreme-Schicht unter den Kirschen macht ihn feiner und reicher.
- Kirsch-Kardamom: 1/2 TL gemahlener Kardamom gibt eine warme, überraschende Würznote.
Fragen, die mir oft gestellt werden
- Lässt sich das schon am Vortag vorbereiten?
- Ja. Back ihn fertig, lass ihn auskühlen und stell ihn luftdicht verpackt bis zu 48 Stunden in den Kühlschrank. Vor dem Servieren Zimmertemperatur annehmen lassen, dann schmeckt er am besten.
- Klappt das Rezept auch für die doppelte Menge?
- Ja – nimm eine größere Form (z. B. 28–30 cm) oder zwei Formen, back ihn 10–15 Minuten länger und prüf zwischendurch mit dem Stäbchen.
- Geht statt Butter auch Öl?
- Ja, es fehlt dann nur etwas Butteraroma. Nimm etwa ¾ der Menge an neutralem Öl (z. B. Sonnenblumenöl); die Krume wird ein wenig dichter.
- Wie prüfe ich den Garpunkt?
- Schau auf drei Zeichen: goldbraune Kruste, die Oberfläche federt beim leichten Drücken zurück, und am Stäbchen hängen nur noch ein paar feuchte Krümel.
- Womit kann ich fehlende Zutaten austauschen?
- Fehlt Speisestärke, nimm stattdessen mehr Mehl (30–40 g) und einen kleinen Schluck weniger Flüssigkeit. Fehlen frische Kirschen, nimm entsteinte, gut abgetropfte Kirschen aus dem Tiefkühler.
So serviere ich es
Ich serviere den Kuchen leicht warm oder bei Zimmertemperatur, in ordentliche Stücke geschnitten. Ein Hauch Puderzucker oder ein dünner Zitronenguss sieht hübsch aus zu den roten Kirschen. Dazu passen ungesüßte Sahne oder ein Klecks Crème fraîche – und eine gute Tasse schwarzer Tee oder ein Gläschen leichter Dessertwein.
Aufbewahrung
- Luftdicht verpackt hält er sich im Kühlschrank bis zu 48 Stunden; bei Raumtemperatur höchstens 12 Stunden, sonst trocknet er aus.
- Nimm frische Eier und arbeite sauber; im Kühlschrank isst du ihn am besten innerhalb von 48 Stunden auf.
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