Ich kaufe Brot nie wieder, Zuaberbrot backe ich 2x die Woche!
Dieses Zauberbrot ist ein einfaches Weizenbrot mit lockerer Krume und knuspriger Kruste – genau richtig für jeden Tag. Der Teig darf über Nacht in Ruhe im Kühlschrank reifen, davon bekommt er sein Aroma. Und gebacken wird er im heißen Topf mit Deckel, damit die Kruste schön kracht. Klingt nach viel, ist aber wenig Arbeit – deshalb backe ich es zweimal die Woche.
Darum mag ich dieses Rezept
Der Teig ist schön weich – auf 75 % Wasser kommt er – und darf lange kalt ruhen. Genau davon bekommt das Brot sein malzig-fruchtiges Aroma und die dünne, knusprige Kruste. Die Krume wird gleichmäßig locker mit glänzenden Blasen, die Kruste dunkel wie Bernstein. Und geknetet wird kaum: Das Mehl darf erst in Ruhe quellen, dann wird der Teig nur gefaltet. Den Dampf zum Backen macht der geschlossene Topf ganz von allein.
Zutaten
Für das Gericht:
- 500 g Weizenmehl Type 550
- 375 ml Wasser, lauwarm (~25–28 °C)
- 10 g Salz
- 4 g Trockenhefe (oder 12 g frische Hefe)
- 15 ml Olivenöl (optional, für etwas weichere Kruste)
- Mehl zum Formen und Bestäuben
Für die Sauce
- Eine Sauce brauchst du hier nicht; ein bisschen Butter oder Olivenöl zum Servieren reicht völlig.
So bereite ich es zu

Schritt 1:
Ich mische 500 g Weizenmehl mit 375 ml Wasser in einer Schüssel grob zusammen, nur so lange, bis kein trockenes Mehl mehr zu sehen ist. Dann lasse ich das Ganze 30 Minuten einfach stehen – so kann das Mehl in Ruhe quellen, ganz ohne Kneten.
Schritt 2:
Nach der Ruhezeit löse ich 4 g Trockenhefe in einem Schluck Wasser auf (falls nötig) und gebe sie zusammen mit 10 g Salz und 15 ml Olivenöl zum Teig. Mit feuchten Händen falte ich den Teig in der Schüssel 4–6 Mal über sich selbst. Nach 10 Minuten Falten merkst du es: Der Teig ist elastisch und schnellt langsam zurück.
Schritt 3:
Ich lasse den Teig bei Raumtemperatur 1 Stunde anspringen, dann stelle ich ihn zugedeckt für 12–16 Stunden in den Kühlschrank. Dort bekommt er sein feines, leicht säuerliches Aroma – du siehst dann kleine Bläschen auf der Oberfläche, und der Teig ist ein gutes Stück gewachsen.
Schritt 4:
Am Backtag forme ich den Teig vorsichtig auf einer leicht bemehlten Fläche zu einer straffen Kugel und lasse ihn zugedeckt noch einmal 45–60 Minuten gehen. So erkennst du, wann er so weit ist: Er sollte um etwa 40–60 % aufgegangen sein, und wenn du sanft mit dem Finger hineindrückst, federt die Delle langsam zurück, ohne dass der Teig zusammenfällt.
Schritt 5:
Ich heize den Ofen mitsamt einem gusseisernen oder ofenfesten Topf (Dutch Oven) auf 250 °C vor. Den Laib ritze ich schräg ein und setze ihn in den heißen Topf. Erst backe ich ihn 20 Minuten mit Deckel bei 250 °C, dann nehme ich den Deckel ab, drehe auf 220 °C herunter und backe noch 25–30 Minuten, bis die Kruste tief bernsteinfarben ist. Klopf unten ans Brot: Klingt es hohl, ist es fertig – die Kerntemperatur liegt dann bei etwa 96 °C. Und dann heißt es warten: Mindestens 60 Minuten auf einem Gitter abkühlen lassen, bevor du anschneidest.
Kleine Kniffe
- Nimm eine Schüssel mit glatter Innenseite, dann kann das Mehl gleichmäßig quellen.
- Ist es bei dir sehr feucht in der Küche, nimm etwas weniger Wasser – 70–72 % reichen dann, sonst klebt der Teig zu sehr.
- Für die Kruste braucht das Brot in den ersten 15–20 Minuten Dampf – im geschlossenen Topf passiert das ganz von allein.
- Hast du keinen Dutch Oven, heize ein Backblech vor und stell für die ersten 15 Minuten eine hitzefeste Form mit kochendem Wasser mit in den Ofen.
Zutaten austauschen
- Vollkornanteil: Bis zu 150 g Roggen- oder Vollkornmehl kannst du einarbeiten; gib dann 5–10 % mehr Wasser dazu und lass den Teig etwas länger gehen.
- Sauerteig: Ersetz die Hefe durch 150 g aktives Anstellgut und pass Wasser und Mehl etwas an; der Teig braucht dann länger, schmeckt dafür aber noch feiner.
- Glutenfrei: Mit einer speziellen glutenfreien Mischung und 5–8 g Flohsamenschalen (Psyllium) zum Binden geht es auch – aber Vorgehen und Zeiten sind dann ganz anders.
- Laktosefrei: Das Rezept ist von Haus aus laktosefrei; willst du irgendwo Butter ersetzen, nimm ¾ der Menge Pflanzenöl.
So kannst du abwandeln
- Körnerbrot: Arbeite 100 g Sonnenblumen- und Kürbiskerne ein; kurz angeröstet schmecken sie noch besser.
- Oliven & Kräuter: 80 g grob gehackte Oliven und 15 g frische Kräuter beim letzten Falten unterheben.
- Knoblauch-Parmesan: Bestreich die Oberfläche mit Olivenöl und streu vor dem Backen 20 g geriebenen Parmesan darüber.
- Schnellversion: Mit 12 g frischer Hefe und ohne Kühlschrankruhe bist du in 2–3 Stunden fertig; das Aroma ist dann aber nicht ganz so fein.
- Etwas Besonderes: Gefülltes Zauberbrot mit weichem Kürbismus und karamellisierten Zwiebeln – herrlich im Herbst.
Das werde ich oft gefragt
- Kann ich einen Teil davon vorher fertig machen?
- Ja. Den Teig setzt du einfach am Vorabend an – das ist ja gerade das Schöne an der Kühlschrankruhe. Nach dem Backen bleibt das Brot in einem Leinentuch bis zu 2 Tage frisch. Zum Aufbacken schieb es 8–10 Minuten bei 180 °C in den Ofen, dann kracht die Kruste wieder.
- Was ändert sich, wenn ich für mehr Personen koche?
- Das geht gut, du musst nur die Gehzeiten im Blick behalten und große Schüsseln nehmen. Bei doppelter Menge form lieber zwei Laibe – ein einziger großer backt nicht gleichmäßig durch.
- Was passiert, wenn ich Öl statt Butter nehme?
- Ja, allerdings geht dabei etwas vom Butteraroma verloren. Nimm etwa ¾ der Menge Öl, wenn du ersetzen musst.
- Wann ist es durch?
- Schau und hör hin: Die Kruste ist tief bernsteinfarben, das Brot klingt hohl, wenn du unten dagegen klopfst, und die Kerntemperatur liegt bei etwa 96 °C. Die Krume hat dann glänzende, elastische Poren.
- Was kann ich ersetzen, wenn etwas fehlt?
- Fehlt frische Hefe, nimm 4 g Trockenhefe. Hast du kein Type 550, misch 400 g Type 405 mit 100 g Type 1050 – das kommt fast aufs Gleiche raus.
Wozu ich es reiche
Ich schneide das Brot in Scheiben und esse es getoastet oder einfach so, mit gutem Olivenöl, gesalzener Butter oder einem Stück würzigem Käse. Es passt zum Frühstück, für belegte Brote und als Beilage zu Eintöpfen – die lockere Krume nimmt Aufstriche und Saucen wunderbar auf.
Aufbewahren und Aufwärmen
- Aufbewahrung: In einem Leinentuch bei Raumtemperatur hält es bis zu 2 Tage. Für länger schneid es in Scheiben, frier sie ein und toaste sie bei Bedarf.
- Lebensmittelsicherheit: Vom rohen Teig bitte nicht naschen, und back das Brot gut durch – etwa 96 °C Kerntemperatur sollen es sein.
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