Hausbrot Rezept von Oma 100 Jahre du wirst nie wieder kaufen
Dieses Hausbrot backe ich seit Jahren so: wenige Zutaten, ein bisschen Geduld, und du hast ein Brot, wie es früher aus dem Ofen kam. Ich sage dir genau, wann du den Teig anfassen musst, wie warm es sein soll und woran du die richtige Kruste erkennst. Spezialgeräte brauchst du dafür nicht, und mit anderen Mehlsorten klappt es auch.
Was dieses Rezept besonders macht
Dieses Brot hat außen eine knusprige, gut gebräunte Kruste und innen eine feuchte Krume mit schönen Löchern. Mit 68 % Wasseranteil wird der Teig geschmeidig, ohne dir an den Fingern zu kleben. Drei Dinge machen es aus: eine gleichmäßige Raumwärme, das Dehnen und Falten zwischendurch und der Dampf in den ersten Backminuten — der gibt dem Brot Glanz und lässt es richtig aufgehen.
Zutaten
Für das Gericht:
- 500 g Weizenmehl Type 550 (alternativ 400 g Type 550 + 100 g Vollkornweizen für nussige Note)
- 340 ml Wasser, lauwarm (ca. 28–30 °C)
- 10 g Salz
- 6 g Trockenhefe oder 18 g Frischhefe
- 10 ml Olivenöl (optional, für besseren Ofentrieb und weichere Kruste)
Zum Verfeinern
- Brauchst du nicht.
So bereite ich es zu

Schritt 1:
Wieg zuerst alles genau ab. Misch in einer Schüssel 500 g Mehl mit 6 g Trockenhefe und streu die 10 g Salz an eine Seite — das Salz soll die Hefe nicht direkt berühren. Dann gieß 340 ml lauwarmes Wasser (28–30 °C) und die 10 ml Olivenöl dazu und rühr mit dem Löffel, bis nirgends mehr trockenes Mehl liegt.
Schritt 2:
Lass den Teig nun 30 Minuten in Ruhe stehen. Danach nimm ihn auf eine leicht bemehlte Fläche und zieh ihn ein paarmal lang und falte ihn zusammen — kräftig kneten musst du hier nicht. Er ist so weit, wenn die Oberfläche glatt und elastisch ist und auf leichten Druck sichtbar zurückfedert.
Schritt 3:
In den ersten 3 Stunden darf der Teig bei Raumtemperatur (~22–24 °C) gehen. Alle 30–45 Minuten ziehst du ihn einmal rundherum lang und faltest ihn wieder ein, insgesamt 4- bis 6-mal. Dabei riecht er dezent nach Hefe, bleibt elfenbeinfarben und wird spürbar spannender; beim Ziehen siehst du, wie glasig und dehnbar er geworden ist.
Schritt 4:
Danach formst du den Laib und ziehst dabei die Oberfläche schön straff. Leg ihn mit der glatten Seite nach oben in ein bemehltes Gärkörbchen. Jetzt geht er noch einmal 60–90 Minuten bei 22 °C — oder über Nacht im Kühlschrank bei 4 °C, dann wird das Aroma noch schöner. Er ist bereit, wenn er um etwa 40–60 % gewachsen ist und die Oberfläche gespannt aussieht.
Schritt 5:
Heiz den Ofen auf 250 °C vor, mit dem Backblech oder dem Backstein darin. Kurz vor dem Backen schneide den Laib mit einem scharfen Messer 1 bis 1,5 cm tief ein. Back ihn 10 Minuten mit Dampf — eine Wasserschale oder ein paar Sprühstöße genügen —, dreh dann auf 200 °C herunter und back weitere 30 Minuten, bis die Kruste dunkelgolden bis mahagonifarben ist. Und dann heißt es warten: Lass das Brot mindestens 60 Minuten auf einem Gitter auskühlen, damit sich die Krume setzt.
Worauf es ankommt
- Ein richtig heißer Ofen und Dampf in den ersten 10 Minuten machen den Ofentrieb. Hast du einen Dutch Oven, back bei 240 °C 30 Minuten geschlossen und danach 10 Minuten offen.
- Nimmst du weniger Hefe (etwa 3–4 g), lass den Teig entsprechend länger gehen. Ist es kühl in der Küche, dauert alles ohnehin länger.
- Willst du größere Löcher in der Krume, gib schrittweise 2–4 % mehr Wasser dazu, arbeite mit nassen Händen und falte in größeren Abständen.
- Hast du keinen Backstein, heiz ein umgedrehtes Backblech mit vor — heißes Metall bringt das Brot besser in die Höhe.
Zutaten austauschen
- Weizenmehl Type 405: feinere Krume, nimmt weniger Wasser auf, schmeckt neutraler.
- Tausch einen Teil gegen 100 g Roggenmehl, dann wird das Brot kräftiger und dichter; gib dafür 10–15 ml mehr Wasser dazu.
- Keine Hefe da: Nimm einen Sauerteigansatz (etwa 150 g aktives Anstellgut) und plan deutlich längere Gehzeiten ein.
- Glutenfrei: Dafür brauchst du eine fertige Mehlmischung (Reis, Maisstärke, Kartoffelstärke) mit Xanthan oder Guarkernmehl. Wasser und Backweise sind dann anders, und das Brot wird kompakter.
- Laktose ist hier ohnehin keine drin; Butter lässt sich ersetzen, dazu unten mehr.
So kannst du abwandeln
- Körnerbrot: 80 g geröstete Sonnenblumen- und Kürbiskerne in den Teig kneten, das gibt Biss.
- Roggenmischbrot: 100 g Roggenmehl und 400 g Weizenmehl, 10 ml mehr Wasser und eine längere Gehzeit.
- Mit Kräutern und Oliven: 60 g entsteinte Oliven und 1 EL fein gehackten Rosmarin beim letzten Falten einarbeiten.
- Mit Sauerteig: Hefe weglassen, 150 g aktiven Sauerteig nehmen und den Teig 12–18 Stunden gehen lassen.
- Etwas anders: gerösteter Knoblauch und karamellisierte Zwiebeln — das Brot wird würzig und leicht süßlich.
Fragen, die mir oft gestellt werden
- Kann ich einen Teil davon vorher fertig machen?
- Ja. Nach dem Formen kannst du den Teig über Nacht im Kühlschrank bei etwa 4 °C langsam reifen lassen. Nimm ihn 30–60 Minuten vor dem Backen heraus, damit er wieder Spannung bekommt.
- Was ändert sich, wenn ich für mehr Personen koche?
- Du brauchst größere Schüsseln und musst etwas mehr Zeit einplanen. Gib dem Teig genug Platz zum Gehen und dem Ofen genug Zeit zum Aufheizen.
- Was passiert, wenn ich Öl statt Butter nehme?
- Es geht gut, nur fehlt dann das Butteraroma. Nimm ungefähr ¾ der Menge Öl, denn Öl ist reines Fett und macht die Krume ein wenig anders.
- Wann ist es durch?
- Wenn die Kruste tiefgolden bis mahagonifarben ist und es hohl klingt, sobald du unten dagegen klopfst. Wer es genau wissen will, misst nach: etwa 96 °C im Kern.
- Was kann ich ersetzen, wenn etwas fehlt?
- Fehlt dir die Mehlsorte, nimm eine ähnliche und pass das Wasser an. Fehlt das Öl, lass es einfach weg — das Brot wird etwas trockener, aber es gelingt trotzdem.
Wozu ich es reiche
Ich schneide das Brot mit einem Wellenmesser in Scheiben und wärme sie leicht an, dann duftet es am besten. Dazu passen gute Butter, ein gereifter Käse oder ein herzhafter Aufstrich. Es schmeckt zu Suppe, zu Salat und natürlich als belegtes Brot, wenn Besuch kommt.
Aufbewahrung
- Aufbewahren: im Baumwollbeutel oder Brottopf bei Raumtemperatur 2–3 Tage; willst du es länger haben, frier die Scheiben ein.
- Aufbacken: 8–12 Minuten bei 180 °C in den Ofen, dann ist die Kruste wieder knusprig.
- Brot ist unkompliziert. Legst du frische Sachen wie Käse darauf, stell es aber in den Kühlschrank.
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