Der Tränchenkuchen mit 750 g Quark und einer Packung Puddingpulver ist ein bewährter, saftig-cremiger Rührkuchen mit fein abgestimmter Balance zwischen Säure und Süße. Ich erläutere präzise Zubereitung, technische Kontrollen und sensorische Erwartungen, damit Sie ein gleichmäßig gebackenes Ergebnis mit dichter, feuchter Krume erzielen, das sich für Kaffeetafel, Buffet oder als Basis für Desserts eignet.
Einige Informationen
- Portionen: 12 Personen
- Vorbereitungszeit: 25 Minuten
- Garzeit: 60 Minuten
- Gesamtzeit: 85 Minuten
Warum dieses Rezept interessant ist
Der Kuchen kombiniert die proteingestützte Stabilität des Puddingpulver mit der Feuchtigkeit des Quarks, was zu einer kompakten, dennoch saftigen Krume führt. Textur: feinkrümig, dicht, leicht cremig. Geschmacksbalance: milde Säure des Quarks kontra zarte Vanillenoten. Technisch reizvoll ist die Kontrolle von Feuchtigkeitsgehalt und Ofentemperatur, um das typische „tränenhafte“ Austreten von Feuchtigkeit zu vermeiden.
Zutaten
Für das Gericht:
- 750 g Quark (20 % Fett oder Magerquark je nach gewünschter Dichte)
- 250 g Mehl (Weizenmehl Type 405)
- 1 Packung Vanillepuddingpulver (40 g), unzubereitet
- 150 g weiche Butter
- 200 g Zucker
- 4 Eier (Größe M)
- 1 Päckchen Backpulver (15 g)
- 50 ml Milch (bei Bedarf für die Konsistenz)
- 1 Prise Salz
- 1 Päckchen Vanillezucker oder 1 TL Vanilleextrakt
- Butter und Semmelbrösel oder Backpapier für die Springform (Ø 26 cm)
So bereite ich es zu
Schritt 1:
Ich heize den Ofen auf 170 °C Umluft / 190 °C Ober-/Unterhitze vor. Die Springform ø 26 cm fette ich mit Butter ein und bestreue den Boden und Rand leicht mit Semmelbröseln. Ich lasse alle Zutaten auf Raumtemperatur kommen, damit sich Butter, Eier und Quark homogen verbinden.
Schritt 2:
Ich schlage die weiche Butter mit 200 g Zucker und Vanillezucker cremig, bis die Masse blass und luftig ist. Dann rühre ich die Eier einzeln unter. Anschließend hebe ich den Quark (750 g) unter. Gesiebt vermische ich Mehl, Puddingpulver und Backpulver und führe die trockenen Zutaten zügig unter die Quark-Ei-Masse, gegebenenfalls mit 50 ml Milch für ein glatteres, gießfähiges Ergebnis.
Schritt 3:
Ich fülle den Teig in die vorbereitete Form. Während des Backens setzt die Proteinstabilisierung des Puddingpulvers ein: Der Kuchen schwellt an, die Oberfläche entwickelt eine gleichmäßige Bräunung und es bilden sich dichte Poren in der Krume. Sensorisch entsteht ein warmes Vanillearoma, die Kruste ist leicht elastisch, das Innere bleibt saftig.
Schritt 4:
Ich backe den Kuchen für etwa 60 Minuten. Visuelle Indikatoren für den optimalen Gargrad sind: goldbraune, leicht glänzende Oberfläche, leichte Randtrennung von der Form und ein in die Mitte gesteckter Holzspieß, der mit einigen feuchten, nicht flüssigen Krümeln herauskommt.
Schritt 5:
Ich lasse den Kuchen in der Form für 15–20 Minuten ruhen, bevor ich den Ring löse und den Kuchen auf einem Gitter vollständig auskühlen lasse. Während des Abkühlens setzt sich die Feuchtigkeit; die Krume wird kompakter und behält eine cremig-saftige Mundtextur. Vor dem Servieren streue ich optional Puderzucker oder serviere frische Beeren zur geschmacklichen Balance.
Profi-Tipps
- Verwenden Sie eine Ofenthermometerkontrolle; 170 °C Umluft ist mein Standard für gleichmäßige Bräunung ohne Austrocknen.
- Weiche Butter und Raumtemperatur-Eier gewährleisten eine homogene Emulsion; zu kalte Zutaten führen zu Klumpen und unregelmäßiger Krume.
- Bei zu flüssigem Teig: maximal 1–2 EL Mehl ergänzen; bei zu festem Teig: 1–2 EL Milch einarbeiten.
- Backdauer anpassen bei dunklen Formen: Temperatur um 10–15 °C reduzieren und Backzeit verlängern.
Häufige Fehler vermeiden
- Nicht vorheizen: führt zu ungleichmäßigem Aufgehen und dicker, feuchter Mitte.
- Zu starkes Bearbeiten: übermäßiges Rühren nach Zugabe des Mehls entwickelt zu viel Gluten und macht die Krume zäh.
- Unkontrollierte Garzeit: fehlt eine visuelle Referenz, wird der Kuchen schnell trocken oder bleibt roh in der Mitte.
- Überladung: zu schwere Zusätze (z. B. große Fruchtportionen) führen zu ungleichmäßigem Backverhalten.
Alternativen und Ersatzmöglichkeiten
- Quark ersetzen: Skyr ergibt eine straffere, eiweißreichere Krume; Ricotta sorgt für cremigere Textur, verändert jedoch die Säure.
- Mehl: Eine 1:1-Glutenfrei-Mischung mit Bindemitteln ergibt ähnliche Struktur, führt jedoch zu leicht bröseligerer Krume.
- Laktosefreie Variante: laktosefreier Quark und laktosefreie Butter verwenden; sensorisch bleibt das Ergebnis nahezu identisch.
- Butter durch Öl: möglich, aber mit reduziertem Geschmack; verwenden Sie etwa ¾ der Menge und ein neutrales Öl (z. B. Rapsöl).
Varianten und Abwandlungen
- Zitronen-Tränchenkuchen: Abrieb einer Bio-Zitrone und 1–2 EL Zitronensaft für frische Säurenote.
- Heidelbeer-Variante: 150–200 g frische Beeren leicht in Mehl wenden und unterheben—verändert Feuchtigkeitsprofil.
- Schokoladen-Interpretation: 30–50 g Kakaopulver im Mehlanteil ersetzen; Puddingpulver bleibt für Struktur erhalten.
- Streuseloberseite: 80 g Butter, 80 g Zucker, 120 g Mehl zu Streuseln verarbeiten und in den letzten 15 Minuten aufstreuen.
- Kreative Interpretation: Lavendel-Zitronen-Tränchenkuchen mit 1 TL getrocknetem Lavendel – sparsam dosieren, intensiver Duft.
FAQ – Häufige Fragen
- Kann man dieses Gericht vorbereiten?
- Ja. Ich empfehle, den Kuchen abgekühlt in einem luftdichten Behälter zu lagern. Kühlschranklagerung bis zu 3 Tage, Raumtemperatur 1–2 Tage, um Texturverlust zu vermeiden. Vor dem Servieren bei Raumtemperatur bringen.
- Kann man die Mengen verdoppeln?
- Ja, mit doppelter Form oder zwei Formen gleichzeitig arbeiten. Beachten Sie längere Backzeit und ggf. Temperaturanpassung; prüfen Sie den Gargrad mit einem Spieß.
- Kann Butter durch Öl ersetzt werden?
- Ja, jedoch mit teilweisem Aromaverlust. Verwenden Sie etwa ¾ der Menge Öl und achten Sie auf etwas kompaktere Krume.
- Wie überprüft man den Gargrad?
- Visuelle und texturale Indikatoren: goldbraune Oberfläche, leichte Randtrennung, Holzspieß mit feuchten, nicht flüssigen Krümeln. Die Mitte darf leicht nachgeben, aber nicht sichtbar roh sein.
- Was tun, wenn Zutat X fehlt?
- Fehlendes Puddingpulver: 10 g Maisstärke + 5 g Vanille ersetzen strukturell; fehlende Eier: technisch anspruchsvoll—Ersatz mit 60 g Apfelmus pro Ei möglich, verändert Textur.
So serviere ich es
Ich serviere den Kuchen in gleichmäßigen Keilen, eventuell mit einer kleinen Portion Fruchtkompott oder Beeren, um die säuerliche Note zu betonen. Für Kaffee- und Nachmittagsservice ist eine puderzuckerstaubige Oberfläche ausreichend; bei festlicheren Anlässen ergänze ich Crème fraîche oder eine leichte Vanillesauce.
Hinweise
- Aufbewahrung: luftdicht, kühl; am besten innerhalb von 48–72 Stunden verzehren.
- Wiedererwärmen: kurz bei 100–120 °C für 8–10 Minuten im Ofen leicht erwärmen, um Frische ohne Austrocknen zu erzielen.
- Lebensmittelsicherheit: bei Lagerung im Kühlschrank auf Kondensation achten, die Oberfläche kann bei zu feuchter Lagerung weich werden.
Fazit
Fazit: Dieses Rezept bietet eine zuverlässige, kontrollierte Methode für einen konstant saftigen Tränchenkuchen mit klarer Textur und stabilem Backverhalten; mit wenigen Anpassungen erzielen Sie unterschiedliche Varianten für Alltag und Fest.

